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Amerikas Geheimdienste : Trumps Briefing würden sie notfalls tanzen

Donald Trump: Als Unternehmer forderte er statt „Briefings“ knackige Vorträge. Bild: AFP

Die amerikanischen Geheimdienste überlegen, wie sie die Aufmerksamkeit des Präsidenten Trump finden. Das wird nicht einfach, ist aber innovativ. Notfalls wollen sie ihm einen Twitter-Feed basteln.

          Zu den wichtigsten Aufgaben der amerikanischen Geheimdienste zählt es, die Absichten von Staatsführungen zu ermitteln. In diesen Wochen haben die Analytiker eine besonders harte Nuss zu knacken: Was führt der künftige Präsident der Vereinigten Staaten im Schilde? Es ist eine Recherche in eigener Sache. Wieder und wieder hat Donald Trump vor und seit seiner Wahl die „Intelligence Community“ verhöhnt. Doch niemand rechnet damit, dass der Republikaner ohne die Expertise und Unterstützung der siebzehn Dienste mit ihrem Jahresbudget von mehr als fünfzig Milliarden Dollar regieren möchte. Immerhin holt er sich den früheren Geheimdienstchef Michael Flynn als Sicherheitsberater ins Weiße Haus. Diese Woche hat sich Trump auf Twitter gar zu einem „großen Fan“ von „intelligence“ erklärt.

          Andreas Ross

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Das englische Wort bezeichnet Geheimdiensterkenntnisse ebenso wie Intelligenz. Der designierte Präsident ist dazu übergegangen, es stets in Anführungszeichen zu setzen. Dass er gegen „intelligence“ sei, so Trump, sei aber nur eine weitere Lüge der „unehrlichen Medien“. Ganz staatsmännisch bezeichnete er sein Briefing durch den Nationalen Geheimdienstdirektor James Clapper sowie die Chefs von CIA, FBI und NSA am Freitag als „konstruktiv“.

          Doch der Aufbau von Vertrauen zu den rund hunderttausend Mitarbeitern der Geheimdienste hatte für Trump nie Priorität. Bevor er im vorigen August zum ersten Mal von Clappers Emissären über aktuelle Entwicklungen unterrichtet wurde, hatte ein Reporter ihn gefragt, ob er den Diensten über den Weg traue. „Nicht wirklich den Leuten, die es für unser Land gemacht haben“, antwortete der Kandidat. „Gucken Sie nur, was in den letzten zehn Jahren passiert ist.“ Die Antwort passte in Trumps Anti-Establishment-Muster.

          Alles schlechtzureden gehörte zur Wahlkampfstrategie

          Er redete fast alles schlecht, was unter Präsident Barack Obama und dessen republikanischem Vorgänger George W. Bush passiert war – selbst dann, wenn er damit Staatsdiener verächtlich machte, die alle anderen Politiker als aufopferungsvolle Patrioten preisen. Ähnlich war Trump verfahren, als er sich anmaßte, mehr über die Terrormiliz IS zu wissen „als die Generäle“. Dass er sein pauschales Urteil über die höchsten Offiziere nicht so ernst meinte, ist spätestens jetzt klar, da er drei pensionierten Generälen hohe Posten anvertrauen will.

          Ein paar Wochen nach seinem ersten Geheimbriefing probierte Trump in einem Fernsehinterview denn auch einen anderen Ton aus, nannte die Geheimdienstanalytiker auf einmal „Experten“ und lamentierte lediglich, dass Obama ihrem klugen Rat nicht folge. Dass die Geheimdienstleute mit dem amtierenden Präsidenten höchst unzufrieden seien, habe er ihnen ansehen können, „denn ich bin ziemlich gut mit Körpersprache“. Der Verbrüderungsversuch schlug fehl: Für loyale, ranghohe Geheimdienstleute ist es ein Affront, wenn ihnen unterstellt wird, gewählte Entscheidungsträger zu kritisieren, zumal den Präsidenten. Sie haben schließlich nur Lageeinschätzungen und keine Handlungsempfehlungen abzugeben.

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