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Nach Kritik : Kongressabgeordneter bedauert sein Auschwitz-Video

  • Aktualisiert am

Clay Higgins, Abgeordneter aus Louisiana, bei einer Wahlparty im vergangenen Dezember. Bild: dpa

Ein amerikanischer Parlamentarier filmt sich in der Gaskammer von Auschwitz und räsoniert dabei über Amerikas „unverwundbares“ Militär. Nun sieht er ein, dass das keine gute Idee war.

          Der amerikanische Kongressabgeordnete Clay Higgins sieht sich nach der Veröffentlichung eines Videos aus dem Inneren einer früheren Gaskammer des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau scharfer Kritik ausgesetzt. Higgins entschuldigte sich am Mittwoch. Das etwa fünfminütige Video im Selfie-Stil war am Samstag auf seinem offiziellem Youtubekanal hochgeladen worden. Inzwischen wurde es dort gelöscht.

          In den Aufnahmen beschreibt der republikanische Abgeordnete aus Louisiana vor den Brennöfen die Gräueltaten der Nationalsozialisten, die sich dort abspielten. Dann kommt er übergangslos auf die Gegenwart zu sprechen: „Deshalb muss unser Heimatschutz in Ordnung sein, deswegen muss unser Militär unverwundbar sein“, sagt er in die Kamera.

          „Unerschütterliche Entschlossenheit“

          „Die Welt ist heute viel kleiner geworden als während des Zweiten Weltkrieges. Die Vereinigten Staaten sind heute viel zugänglicher für Terror wie diesen, für Horror wie diesen.“ Higgins fügt hinzu: „Es ist schwer, von den Gaskammern und Öfen wegzugehen ohne ein sehr ernsthaftes Gefühl der Entschlossenheit, eine unerschütterliche Entschlossenheit, verdammt nochmal sicherzustellen, dass die Vereinigten Staaten vor dem Übel der Welt geschützt sind.“

          Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau verurteilte den Netzauftritt des Politikers als pietätlos. „Jeder hat das Recht, das Gesehene zu reflektieren“, hieß es in einer Stellungnahme des Museums auf Twitter. „Dennoch sollte im Inneren einer früheren Gaskammer andächtige Stille herrschen. Es ist keine Bühne.“

          Auch der Vorsitzende des „Anne Frank Center for Mutual Respect“, Steven Goldstein, reagierte entrüstet auf das Video. Er betonte, dass es sich bei Auschwitz nicht um ein „Fernsehstudio“ handele.

          Higgins ist ein früherer Polizist, der sich mit markigen Videos in den Medien einen Namen als „Amerikas härtester Cop“ gemacht hatte. Erst im Dezember 2016 war er ins Repräsentantenhaus gewählt worden.

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          Quelle: bard./dpa

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