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Urananreicherung Rasche Fortschritte bei Irans Atomprogramm

20.01.2007 ·  Iran macht bei seinem Programm zur Anreicherung von Uran rasche Fortschritte. Entgegen der Resolution des UN-Sicherheitsrats vom Dezember hat das Land dafür in einer unterirdischen Anlage in Natans das Aufstellen von 3000 Zentrifugen vorbereitet.

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In Missachtung des UN-Sicherheitsrats hat Iran die Vorbereitungen zu einer bedeutenden Erweiterung seines Atomprogramms abgeschlossen. Am Freitag wurde bekannt, dass Iran in seiner Urananreicherungsanlage in Natans die Voraussetzungen zum Aufstellen von 3000 Zentrifugen geschaffen hat. Bisher hat das Land nur etwas mehr als 300 dieser Geräte in Betrieb, mit denen auch Sprengstoff für Atomwaffen gewonnen werden kann.

Die neuen Erkenntnisse gehen auf einen Besuch von Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Iran zurück, der in dieser Woche stattfand. Der Sicherheitsrat hatte im Dezember Sanktionen gegen Iran verhängt und dem Land auferlegt, sein Anreicherungsprogramm sofort auszusetzen.

Exakt im Zeitplan

Anscheinend haben die Iraner noch keine neuen Zentrifugen aufgestellt, aber die dafür nötige Infrastruktur wie Sockel, Verkabelung und Klimaanlagen aufgebaut. Das entspricht der offiziellen Politik von Präsident Ahmadineschad, bis Ende des iranischen Jahres (20. März) 3000 Zentrifugen in Betrieb zu nehmen. Im Ausland gilt das als kritische Schwelle, da mit dieser Anzahl von Zentrifugen genug hoch angereichertes Uran zum Bau von etwa zwei Atombomben jährlich gewonnen werden kann.

Westliche Fachleute sagen, Iran liege mit dem Ausbau exakt in seinem vor drei Jahren beschlossenen Zeitplan. Wie viele Zentrifugen Iran besitzt, ist derzeit allerdings nicht bekannt. Nach Schätzungen verfügt das Land über Einzelteile zum Bau von mehreren tausend Zentrifugen. Die neuen Einrichtungen sind erstmals im unterirdischen Teil der Anlage in Natans gebaut worden, was größeren Schutz vor Militärschlägen bietet. Die iranische Regierung sagt, sie wolle mit den Zentrifugen nur schwach angereichertes Uran herstellen, wie es in Kernkraftwerken benötigt wird.

Washingtoner „Stadtlegenden“

In Amerika wollen derweil Abgeordnete beider Parteien einen Gesetzentwurf in das Repräsentantenhaus einbringen, wonach ein amerikanischer Angriff gegen Iran nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Kongresses möglich sein soll. Damit soll verhindert werden, dass die Regierung die Resolution des Kongresses vom Oktober 2002, mit welcher das Parlament den Einsatz militärischer Gewalt gegen den Irak gebilligt hatte, auf Iran ausweitet.

Präsident Bush hatte in seiner Fernsehansprache zur Aufstockung der amerikanischen Truppen im Irak auch verkündet, man werde die „Netze der Unterstützung“ für irakische Aufständische zerstören. Trotz der unübersehbaren Drohgebärden gegen Teheran bekräftigte Präsidentensprecher Tony Snow, die Regierung plane keinen Angriff gegen Iran; die grassierenden Befürchtungen vor einem weiteren Krieg am Golf seien die üblichen Washingtoner „Stadtlegenden“. Der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, Marineinfanterie-General Peter Pace, sagte vor dem Streitkräfteausschuss des Senats, Operationen gegen Hintermänner irakischer Aufständischer auf iranischem Territorium seien vorerst nicht geplant.

Quelle: nbu. / rüb. / Frankfurter Allgemeine Zeitung
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