06.02.2007 · Auf einer internationalen Konferenz in Paris haben sich 58 Staaten dazu verpflichtet, den Einsatz von Minderjährigen in Konflikten strafrechtlich zu verfolgen. Aber nicht alle betroffenen Staaten nahmen überhaupt teil.
Zum Abschluss der internationalen Konferenz über Kindersoldaten in Paris haben sich 58 Staaten dazu verpflichtet, den Einsatz von Minderjährigen in Konflikten strafrechtlich zu verfolgen. Verantwortliche dürften nicht mehr straffrei bleiben, hieß es in einem am Dienstag verabschiedeten Schlussdokument des zweitägigen Treffens.
Zu den Unterzeichnern des juristisch nicht bindenden Textes gehören mehrere Staaten, in denen Kindersoldaten eingesetzt wurden, darunter Sudan, Tschad, Somalia, die Demokratische Republik Kongo (das frühere Zaire), Nepal und Sri Lanka. Zwei der am stärksten betroffenen Staaten, Birma und die Philippinen, nahmen dagegen nicht an der Konferenz teil.
„Kindersoldaten zuerst als Opfer sehen“
Die Zahl der Kindersoldaten wird weltweit auf 250.000 bis 300.000 geschätzt. Die von Frankreich und den UN-Kinderhilfswerk Unicef veranstaltete Konferenz hatte es sich zum Ziel gesetzt, zehn Jahre nach einem ähnlichen Treffen in Südafrika die bisher erzielten Erfolge zu bilanzieren und die damals verabschiedeten Leitlinien zum Umgang mit dem Problem zu aktualisieren.
Durch die „Zusagen von Paris“ versprachen die Staaten nun, bei Friedensschlüssen nach kriegerischen Konflikten keine Amnestie für Verbrechen gegen Kinder zuzulassen. Sie fordern zudem, dass Kinder, die im Krieg selbst Verbrechen begangen haben, „zuallererst als Opfer einer Verletzung internationalen Rechts und nicht nur als mutmaßliche Schuldige angesehen werden“. Für sie könnten nur international anerkannte Grundsätze der Jugendgerichtsbarkeit gelten. Hauptziel müsse die Wiedereingliederung der Betroffenen in die Gesellschaft sein.