08.02.2010 · Die Wahlkommission hat Oppositionsführer Viktor Janukowitsch indirekt zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Nach Auszählung fast aller Stimmen sei Janukowitsch nicht mehr einzuholen, heißt es. Die unterlegene Kandidatin Timoschenko will „um jede Stimme kämpfen“.
In der Ukraine hat Oppositionsführer Viktor Janukowitsch die Präsidentenwahl gewonnen. Die Wahlleitung in Kiew teilte am Montag mit, dass der 59 Jahre alte pro-russische Politiker bei der Auszählung der letzten Stimmen nicht mehr einzuholen sei. Damit wurde der Nato-Gegner und Rivale der pro-westlichen Ministerpräsidentin Julija Timoschenko indirekt zum Sieger erklärt.
Demnach kam Janukowitsch auf 48,5 Prozent der Stimmen. Er lag damit 2,6 Prozentpunkte vor Timoschenko, die 45,9 Prozent der Stimmen erhielt. 4,4 Prozent der Wähler hatten auf dem Abstimmungszettel die Option „Gegen alle“ angekreuzt. Das teilte die Zentrale Wahlkommission nach Auszählung von 97,7 Prozent der Stimmen mit. Die Wahlbeteiligung in dem nach Russland zweitgrößten Land Europas lag bei knapp 70 Prozent.
Timoschenko will „um jede Stimme kämpfen“
Janukowitsch hatte sich bereits am Sonntagabend nach ersten Prognosen zum Sieger erklärt. Timoschenko schloss nicht aus, das Wahlergebnis bei einem knappen Ausgang anzufechten. Sie hatte ihrem Rivalen Wahlfälschung vorgeworfen. „Wir werden um jede Stimme kämpfen“, sagte Timoschenko. Internationale Beobachter lobten den Verlauf der Wahl dagegen als weitgehend fair.
Janukowitsch hatte sich auch nach der Wahl 2004 zum Sieger erklärt. Er verlor damals aber die durch Massenproteste - die „orange“ Revolution - erzwungene wiederholte Wahl gegen Viktor Juschtschenko. Juschtschenko hatte dieses Mal im ersten Wahlgang Mitte Januar wegen seiner anti-russischen Politik und gebrochener Reformversprechen eine schwere Niederlage hinnehmen müssen.
Inzwischen trauen auch westliche Fachleute dem vor fünf Jahren noch geschmähten Janukowitsch zu, einen Ausweg aus der Krise des Landes zu finden. Der SPD-Außenpolitiker Gert Weisskirchen glaubt nicht an eine neue „orange“ Revolution in der Ukraine. Es gebe „keine Aufwallung und keine Angst“ mehr gegenüber Janukowitsch, sagte Weisskirchen am Montag im Deutschlandfunk. „Die Wählerschaft ist der Auseinandersetzungen müde.“
Ukraine aufpassen :)
Alexander Erbert (student85)
- 08.02.2010, 08:46 Uhr
Janukowitsch - Pro-russisch heisst nicht mehr anti-westlich!
Hermann Bohle (Hermann.Bohle)
- 08.02.2010, 11:32 Uhr
Demokratie auf westlich
Alexander Erbert (student85)
- 08.02.2010, 13:48 Uhr