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Aktualisiert: 17.08.2014, 10:13 Uhr

Konflikt mit Separatisten Ukraine fordert Militärhilfe vom Westen

Der ukrainische Außenminister bittet die Nato und die EU um Unterstützung im Kampf gegen prorussische Separatisten. Kurz zuvor hatten die Separatisten offen zugegeben, erhebliche Militärhilfe aus Moskau zu erhalten.

© dpa Im Kampf gegen Separatisten: ukrainische Militäreinheiten an der Grenze zu Russland

Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin hat die Nato und die Europäische Union um militärische Unterstützung im Kampf gegen prorussische Separatisten ersucht. „Wenn solche Hilfe kommt, dann wäre es für unsere Truppen leichter, vor Ort zu agieren“, sagte Klimkin am Sonntag in einem „Deutschlandfunk“-Interview. Die Gefahr einer russischen Invasion sei allgegenwärtig. Fast täglich würden ukrainische Truppen von russischem Territorium aus beschossen. Zudem würden Söldner und Waffen von Russland aus ins Land gebracht, sagte Klimkin.

Treffen in Berlin

Klimkin sagte, sein Land benötige neben der Hilfe für die Streitkräfte auch mehr politische Unterstützung. Die Frage einer Nato-Mitgliedschaft stelle sich indes derzeit nicht. Dafür gebe es in der Ukraine derzeit keinen gesellschaftlichen Konsens.

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Der ukrainische Außenminister soll an diesem Sonntag mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Berlin zusammenkommen. An dem Treffen nehmen auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Laurent Fabius teil.

Unterstützung aus Russland

Kurz vor Klimkins Äußerungen hatten die Separatisten erstmals offen über Unterstützung aus Moskau gesprochen, als sie eine Großoffensive gegen die vorrückenden Regierungstruppen ankündigten. Es seien militärische Ausrüstung und neue, in Russland ausgebildete Kämpfer zur Verstärkung auf dem Weg, sagte ihr Anführer in Donezk, Alexander Sachartschenko, in einem Video. Es handele sich um 150 gepanzerte Fahrzeuge, darunter 30 Panzer, sowie 1200 Kämpfer, die vier Monate lang in Russland ausgebildet worden seien.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte eine Stellungnahme Russlands zu den Äußerungen der Separatisten. Sie und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko seien sich in einem Telefonat einig gewesen, dass Waffenlieferungen unterbleiben müssten und eine Waffenruhe vereinbart werden müsse, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Unterdessen gaben die Separatisten am Sonntag bekannt, dass sie ein Kampfflugzeug der ukrainischen Armee abgeschossen hätten. Das Flugzeug vom Typ MiG-29 sei am Sonntagmorgen in der Region Luhansk abgeschossen worden, nachdem es erfolgreich gegen eine Gruppe von Rebellen vorgegangen sei, sagte ein ukrainischer Armeesprecher. Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz retten können. Er sei mittlerweile gefunden worden.

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Von Reinhard Müller

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