http://www.faz.net/-gpf-7pzck

Krise in der Ukraine : Die Nato will rüsten, deutsche Forscher wollen reden

  • Aktualisiert am

Ein türkischer Kampfjet vom Typ F-16 bei einer Übung Bild: dpa

Nato-Generalsekretär Rasmussen fordert die Mitgliedstaaten des Militärbündnisses auf, mehr Geld für Rüstung auszugeben. Für die Herausgeber des „Friedensgutachtens 2014“ ist das der völlig falsche Weg.

          Unterschiedlicher könnten die Reaktionen auf den Konflikt um die Ukraine nicht sein. Während Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die Mitgliedsstaaten des Nato-Bündnisses abermals dazu aufgefordert hat, angesichts Russlands Auftreten in Osteuropa mehr Geld für Rüstung auszugeben, haben deutsche Forscher am Dienstagmorgen in Berlin eine kooperative Lösung des Konflikts vorgelegt.

          „Die EU muss alles tun, um eine Vertiefung der Grenzen in Europa bis hin zu einer neuen Blockbildung zu verhindern“, heißt es laut Pressemitteilung im heute veröffentlichten „Friedensgutachten 2014“ von fünf deutschen Friedens- und Konfliktforschungsinstituten. Der Nato werfen die Herausgeber vor, durch die Inaussichtstellung von Nato-Mitgliedschaften für Georgien und die Ukraine das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen beschädigt zu haben. Die „Rückkehr zu traditioneller Großmachtspolitik, die sich mit dem Recht des Stärkeren über multilaterale Vereinbarungen und das Völkerrecht“ hinwegsetze, sei „nicht zu akzeptieren.“ Kernbestandteile einer neuer Russlandpolitik müsste „ein Verzicht auf Konfrontation“ und „das Festhalten am Dialog“ sein.

          Rasmussen: Europa soll aufrüsten

          Anders Fogh Rasmussen hat die Mitglieder zu höheren Verteidigungsausgaben aufgefordert. Die Ukraine-Krise zeige, dass Europa  eine glaubwürdige Verteidigung beibehalten müsse, zitierte die Zeitung „Die Welt“ Rasmussen vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Dienstag in Brüssel. Russland habe seine Investitionen im Verteidigungssektor in den vergangenen fünf Jahren um jährlich rund zehn Prozent erhöht. Hingegen hätten einige europäische Nato-Länder ihre Ausgaben um bis zu 40 Prozent gekürzt.

          “Unsere Sicherheit ist das Fundament unseres Wohlstands und unserer Lebenskultur, und um das zu bewahren, müssen wir in Verteidigung investieren“, sagte Rasmussen. Mit Blick auf die Themen beim Treffen der Verteidigungsminister sagte er, man werde über „die kurz- und langfristigen Folgen der Ukraine-Krise für die Nato nachdenken“. Russlands illegale Annexion der Krim und seine andauernden Aggressionen gegenüber der Ukraine hätten eine neue Sicherheitslage in Europa geschaffen.

          Am Montag hatte Rasmussen nach einem Treffen des Nato-Russland-Rates erklärt, dass beide Seiten „grundlegend unterschiedliche Ansichten“ über die Krise haben.

          Die Nato will bei dem Treffen am Dienstag unter anderem über eine Aufstockung ihrer Präsenz in Polen als Demonstration der Stärke gegenüber Russland beraten. Polen hatte als Reaktion auf die Ukraine-Krise eine Verlegung von Nato-Truppen auf sein Territorium gefordert.  Auch andere osteuropäische Staaten fühlen sich von Russland bedroht und verlangen mehr Unterstützung.

          Quelle: FAZ.NET/lohe./Reuters/dpa

          Weitere Themen

          Abgerissene Verbindungen

          Krim-Annexion : Abgerissene Verbindungen

          Die Krim-Bewohner und wie sie die Welt sehen – drei Jahre nach der russischen Annexion. Würden die Bewohner wieder für einen Anschluss an Russland stimmen?

          Und alles war anders Video-Seite öffnen

          Flüchtlinge in Berlin : Und alles war anders

          Sie waren fünf von knapp 900.000. Fünf Jugendliche, die im Jahr 2015, als Hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland strömten, in einer Berliner Willkommensklasse landeten. Was ist aus ihnen geworden?

          Topmeldungen

          Neue Verbindung: Russland baut eine Brücke über die Straße von Kertsch.

          Krim-Annexion : Abgerissene Verbindungen

          Die Krim-Bewohner und wie sie die Welt sehen – drei Jahre nach der russischen Annexion. Würden die Bewohner wieder für einen Anschluss an Russland stimmen?
          Der amerikanische Präsident Donald Trump und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Bethlehem

          Naher Osten : Palästinenser drohen Amerikanern mit Gesprächsabbruch

          Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Palästinensern eskaliert. In Washington muss die Mission der Palästinenserorganisation PLO schließen. Palästinenserpräsident Abbas warnt vor „gefährlichen Konsequenzen für den Friedensprozess“.
          Unter dem Namen „DJ D-Sol“ legt David Solomon ungefähr einmal im Monat elektronische Musik auf.

          Manager David Solomon : Der DJ von Goldman Sachs

          David Solomon ist einer der wichtigsten Manager der amerikanischen Großbank. Daneben hat er aber noch eine ganz andere Leidenschaft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.