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Überraschungsbesuch in Afghanistan Hollande: Sie haben Ihre Mission erfüllt

 ·  Die Botschaft von Frankreichs Staatspräsident an seine Soldaten war eindeutig: Er will sie nach Hause holen. „Die Zeit der afghanischen Souveränität ist gekommen“, sagte Hollande bei seinem ersten Besuch der französischen Isaf-Truppen.

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Der neue französische Präsident François Hollande hat sich den in Afghanistan stationierten Soldaten am Freitag als Mann vorgestellt, der sie binnen Jahresfrist nach Hause holt. „Die Zeit der afghanischen Souveränität ist gekommen“, sagte Hollande bei seinem ersten Besuch der französischen Isaf-Truppen in Nidschrab in der Provinz Kapisa. Hollande reiste in Begleitung von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, Außenminister Laurent Fabius und des Generalstabschefs der französischen Armee, Admiral Edouard Guillaud.

Vier Tage nach dem Nato-Gipfel in Chicago bestätigte der Präsident, dass bis Ende 2012 „mehr als 2000 Soldaten“ der Kampftruppen nach Frankreich zurückkehren sollten. Eigentlich hatten sich die am Einsatz beteiligten Nato-Mitglieder darauf verständigt, bis 2014 das Land verlassen zu haben. Frankreich hat derzeit noch 3100 Soldaten in Afghanistan stationiert. „Sie haben Ihre Mission erfüllt“, sagte der Präsident. Es hieß, er habe sich viel Zeit genommen, im persönlichen Gespräch mit Soldaten die Abzugspläne zu erläutern. Geplant ist ein Abzug in zwei Phasen, ein kleiner Teil der Soldaten soll schon im Juni, der Großteil zum Ende des Herbstes nach Frankreich zurückkehren. „Weihnachten werden Sie zu Hause sein“, sagte Hollande den Soldaten. Der Präsident ist im Wahlkampf, am 10. und 17. Juni wählen die Franzosen die Abgeordneten der Nationalversammlung.

Hollande würdigte bei seinem Besuch in dem Feldlager in Nidschrab die 83 französischen Soldaten, die seit des Beginn des Einsatzes 2001 am Hindukusch ums Leben gekommen sind. Er hob hervor, dass Frankreich sich ohne Zögern nach den Anschlägen des 11. September 2001 in Afghanistan engagiert habe, „um gegen jene zu kämpfen, die den Terrorismus befördert hatten“. „Die terroristische Gefahr, die unser Land wie das unserer Verbündeten von Afghanistan aus bedrohte, ist nicht verschwunden, aber sie ist eingedämmt“, begründete Hollande den Abzugsplan. Der Truppenabzug „bedeutet nicht das Ende unserer Präsenz in Afghanistan“, sagte der Sozialist.

Hollande: Abzug wird mit Verbündeten abgestimmt

„Frankreich will über Bildungs- und Gesundheitsprogramme präsent bleiben und auch beim Aufbau eines modernen Staates helfen“, sagte Hollande. Grundlage der Zusammenarbeit sei künftig der Freundschafts- und Kooperationsvertrag, der zu Jahresbeginn noch von Präsident Nicolas Sarkozy unterzeichnet worden war. Sarkozy hatte beabsichtigt, die französischen Truppen bis Ende 2013 abzuziehen. Hollande sagte in Kabul, der Abzug werde in Absprache mit den afghanischen Verantwortlichen und den Verbündeten erfolgen. Das französische Engagement trete nun in eine neue Phase ein, sagte Hollande. Wie verlautete, will Frankreich nach Abzug der Kampftruppen weiter mit Beratern am Hindukusch bleiben sowie technische und militärische Fähigkeiten einbringen. Ein Teil der Soldaten wird ohnehin noch gebraucht, um die Sicherheit des Rücktransports zu garantieren. Frankreich plant, Material und Fahrzeuge über den neuen französischen Militärstützpunkt in Abu Dhabi zurückzubringen.

Unterdessen wurden bei Anschlägen und Angriffen in Südafghanistan am Freitag mindestens vier Menschen getötet und sieben weitere verletzt. In der Provinz Urusgan wurde ein Polizist getötet und zwei weitere wurden verletzt, als ihr Fahrzeug in eine Sprengfalle geriet. In der Provinz Helmand wurden bei einem Bombenanschlag auf einen Bus zwei Passagiere getötet und drei weitere schwer verletzt. In der Provinz Kandahar wurde bei einem Selbstmordanschlag der Attentäter getötet, ein Polizist und zwei Zivilisten wurden verletzt.

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Von Günther Nonnenmacher

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