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Human Rights Watch : Türkische Soldaten schossen angeblich auf Flüchtlinge aus Syrien

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Türkische Soldaten bewachen das Grenzgebiet zu Syrien – im Hintergrund ein syrisches Flüchtlingskind (Archivbild aus dem Jahr 2015). Bild: Reuters

Seit 2011 hat die Türkei etwa 3,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. Nun erhebt eine Menschenrechtsorganisation schwere Vorwürfe gegen türkische Soldaten – nicht zum ersten Mal.

          Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat türkischen Grenzsoldaten vorgeworfen, auf Flüchtlinge aus Syrien zu schießen. Zahlreiche Zivilisten hätten versucht, vor den Kämpfen in Syrien zu fliegen, seien von den Grenzsoldaten aber mit Schüssen zurückgetrieben oder misshandelt worden, sagte die HRW-Vizedirektorin für den Mittleren Osten, Lama Fakih, am Samstag.

          Die Nichtregierungsorganisation stützte sich auf Aussagen von 16 Syrern, die zwischen Mai und Dezember 2017 heimlich über die Grenze in die Türkei gelangten. 13 von ihnen gaben an, beschossen worden zu sein. Außerdem seien sie Zeugen des Todes von mindestens zehn Menschen geworden, darunter ein Kind. Einige erzählten, sie seien festgenommen und geschlagen worden. Medizinische Versorgung sei ihnen verweigert worden.

          Human Rights Watch forderte die Türkei auf, alle Menschen aufzunehmen, die vor den Kämpfen in der syrischen Provinz Idlib und der türkischen Militäroffensive in der Region Afrin auf der Flucht seien. Nach ihren Angaben sind allein seit Dezember 272.000 Menschen vor der Offensive syrischer Regierungstruppen in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib geflohen.

          Der türkische Präsidentschaftssprecher Ibrahim Kalin sagte, sein Land verfolge gegenüber den Flüchtlingen eine Politik der „offenen Tür“. Möglicherweise beziehe sich Human Rights Watch auf Einzelfälle, diese werde die Türkei untersuchen. 2012 war bekannt geworden, dass syrische Soldaten auf Flüchtlinge an der türkischen Grenze schießen. Vor zwei Jahren hatte HRW berichtet, dass türkische Grenzschützer acht Syrer – darunter zwei Frauen und vier Kinder – an der syrisch-türkischen Grenze erschossen hätten. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war auch damals nicht möglich.

          Die Türkei hat seit 2011 etwa 3,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Seit August 2015 versucht sie jedoch, Flüchtlinge zurückzuweisen, die über ihre Südgrenze ins Land kommen wollen.

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