07.01.2013 · Der türkische Ministerpräsident Erdogan ärgert sich über die Darstellung Süleymans des Prächtigen in einer Seifenoper. Nun soll ein Gesetz die teuren Ahnen vor Verunglimpfung schützen.
Von Michael Martens, IstanbulRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
12.000 polnische Panzer-Reiter
unter König Jan Sobieski haben die Türken vor Wien, besonders deren "unbesiegbare" Janit-scharen (osmanische SS), brutalst möglich niedergeritten. Das hat Wien 1683 in letzter Stunde und Europa für die Zukunft die christlichen Freiheiten gerettet. Meinetwegen auch die Aufklärung ermöglicht. Sonst stünden wir garantiert unter der Herrschaft "Erdogan des Prächtigen." Dann aber wäre das Heilige römische Reich deutscher Nation unbekannt und heute eine westliche Provinz des osmanischen Reiches. Andererseits wären die vielen europ. Kriege nicht ausgebrochen, und nur die polnisch - katholische Partisanen blieben ein Stachel im Fleisch des Islams. Der heutige Erdogan meint es nur gut, wenn er als Friedensbringer überallhin reitet und dabei auch Moral vernichtende (Film-) Kunst verbieten lässt.
Faktenverzerrung, Wahrheitsverdrehung, Geschichtsfälschung - nur um
sich eine ehrenwerte Herkunft vorzugaukeln. Man mag die gesteigerte
Selbstkritik der Deutschen bemängeln, sie hat jedoch auch viel Gutes.
Man kann hier jedenfalls nicht mehr einen Völkermord
beschönigen, wenn man ernstgenommen werden will.
Dort allerdings muss ein falsches Ehrgefühl die Sache mit den
Armeniern unter Verschluss halten.
Das ganze Weltbild von den ehrbaren untadeligen Muslimen und den
verkommenen Ungläubigen ist ein riesengroßer Schwindel, den
man ob der Identitätserschütterung nicht zuzugeben imstande ist.
In Deutschland wäre es wichtig, beim "Kampf gegen rechts" die türkisch-nationalistischen Verbände nicht zu vergessen. Die aber sind tabu
Wenn es nicht bedenklich wäre...
wäre es schon wieder komisch.
„Wir leben in einer Welt mit sieben Milliarden. Was unsere
Aufgabe ist, wissen wir sehr gut. Wohin auch immer unsere Vorfahren auf
Pferden geritten sind, dorthin gehen auch wir. Wir interessieren uns
für jeden dieser Orte.“
Was möchte Erdogan mit dieser Aussage erreichen? Frei nach
Alexander dem Großen, man müsse Persien bestrafen/ erobern
weil sie vor ein paar hundert Jahren Athen zerstört haben und alles
irgendwie doch griechisch sei? Mein Gott, man kann es übertreiben.
Würden alle Präsidenten so denken wie er, die Welt würde
im Chaos versinken... und König Juan Carlos I. von Spanien sowie
Elizabeth II. von England hätten alle Hände voll zu tun.
Die Türkei und die EU passen nicht zusammen.
Und das ist keine Seifenoper, sondern Fakt. Denn Gesinnungsstrafrecht paßt ebensowenig in ein demokratisches Europa, wie ein Gottesstaat. Schade, daß Erdogan der Türkei derart schadet. Nicht wegen der EU, wegen der Türken.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.01.2013 10:20 UhrWieso nicht?
In den Moscheen predigt man längst, dass alles passend zu machen
ist, was noch miteinander
fremdelt. Schließlich braucht man einige Europäer als
"Dhimmies". Das sind jene, die für eine
schecht ausgebildete Bevölkerung E-Werke, Wasserwerke usw. gegen
geringes Geld bedienen können. Parteien und einen Apparat hat man
dann schon, nämlich eigene.
solche -DEMOKRATISCHE- Reformen können sich in der Türkei einfach umsetzen lassen weil....
Ist der Redaktion überhaupt klar, wieso die „historische Wahrheit“ mit der „Mehrheit“ hingestellt wird? Es ist keine leere Behauptung. Für die Bildung der neuen türkischen Nation war eine gemeinsame homogene türkisch-islamische Geschichte notwendig. So wurde alles hochgelobt was türkisch-islamisch war und alles verteufelt was mit der bitteren Realität zu tun hatte. So kann es laut türkischer Gründungsgeschichte niemals einen Völkermord an die Armenier gegeben haben. Den dies würde bedeuten, dass die junge Türkei auf armenisches Siedlungsgebiet mit Gewaltanwendung die Nation gegründet hat. Die Geschichtserzählung in der Türkei ist so weit von der Realität entfernt, dass es ganz normal ist, ethnische und religiöse Minderheiten öffentlich zu diffamieren. Volksverhetzung gehört zum Schulunterricht wie Mathe einfach dazu. Erdogan kennt es nicht anders.
"Wohin auch immer unsere Vorfahren auf Pferden geritten sind, dorthin gehen auch wir"
Das ist doch mal eine deutliche Ansage. Die verschallt aber
ungehört im hiesigen Pressewald und bei unseren Politikern! Konkret
heisst das: Überall, wo die Türken mal Boden unter den
Füssen hatten, bleibt türkisches Terrain, das
übergangsweise in fremden Besitz geraten ist. Das nenne ich mal
Grossspur.
Man kann so leichte Parallelen mit einigen hier lebenden Türken und
deren Selbstverständnis erkennen. Andere, hier integrierte
Türken schlagen da nur die Hände über dem Kopf zusammen.
Ich als Nachfahre von Kroaten sehe die Ansage, dass die Türken
zurück in den Balkan wollen, als sehr gefährlich. Das hat die
dort lebenden Völker in der Vergangenheit hunderttausende an Ofern gekostet.
Werter Herr Klocke, im Balkan sind sie seit Jahren,
just nach dem Fall des Warschauer Pakts waren sie schon da. Übrigens der Balkan war nur ein Katzensprung entfernt. Die Türken sind bereits in Skandinavien, seit Jahrzehnten.
mit einem neuen osmanischen Empire hätte ich absolut kein Problem.
wenn die Türken Gaza, Syrien, Libanon, Kosovo, Irak, Aserbaidschan, Afghanistan, Burma und Somalia beherrschen dann kann es da nur besser werden. Mir fallen fallen auch noch ein paar andere Staaten ein die noch dazu kommen könnten. Leider ist es nur eine TV Seifenoper. In der Realität wäre ein neues osmanisches Empire besser. Für alle. Besonders für Europa.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.01.2013 17:40 UhrNa und? Wen interessiert das?
Ein osmanisches Empire wäre - wenn überhaupt- ein
militärischer Feind.
Ein guter Feind hat eine Adresse. Schlechte Feinde haben keine Adresse.
(Wie Henry Kissinger mal vollkommen korrekt feststellte).
Asyl und Staatsbügerschaft für zugewanderte kriminelle
Libanesenclans in EU gäbe es jedenfalls nicht. Sie wären da wo
sie hingehören. Ein Fall für die Polizei des Sultans.
Instabile (islamische) Versagerstaaten in die man keinen Menschen
abschieben kann gäbe es nicht. Auch die Islamisten wären ein
rein türkisches Problem.
Totalen Blödsinn wie etwa "Könige" von
Jordanien/Saudi Arabien/Marokko etc gäbe es auch nicht. Das
wären das bestenfalls Landesfürsten vom Typ Christian Wulff.
Kein Problem für Europa.
Ein solches Empire...
...stünde aber vielleicht wieder vor Wien.
Wie schön das hier jemand die Zeit dazu hat als führender
"Staatsmann" sich über lächerliche Seifenopern aufzuregen.
Man muß halt Prioritäten setzen!
Richtiges Vorbild
Zwischen 1933 und 1945 hat ein deutscher Minister nicht nur Filme,
sondern alle Medien beob-
achten und "andern" lassen, sofern es dem Reich diente (?). Er
hat sogar die Sprache einge-
deutscht und alle Fremdworte verbieten lassen. Aus Automobil wurde KFZ,
LKW und NKW.
Den mag "Erdogan der Prächtige" zum Vorbild haben. Leider
hielt die Schulungsmaßnahme nicht sehr lange, doch 12 Jahre waren
bereits genug.
Man stelle sich Angela Merkel vor, die als Bundeskanzlerin bei einer
Fernsehserie über August den Großen aus Sachsen
fordet,daß dieser als keuscher Mann dargestellt wird.Das gibt es
aber hier nicht. Trotz
des C in CDU regieren hier keine religiösen Dumpfbacken.
August
Wohl eher wird Frau Merkel als gebildete Frau fordern, dass August der Starke seinen Beinamen behalten darf.
Michael Martens Jahrgang 1973, politischer Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Istanbul.
Jüngste Beiträge