17.12.2007 · Laut dem türkischen Generalstabschef hat Washington in der Nacht „den irakischen Luftraum für uns geöffnet“. Bis zu hundert Kilometer tief waren türkische Kampfflugzeuge in den Nachbarstaat eingedrungen und hatten mutmaßliche kurdische Stellungen angegriffen.
Die Angriffe der türkischen Luftwaffe im Nordirak sind offenbar von Amerika unterstützt worden. Die amtliche Nachrichtenagentur Anatolien zitierte den türkischen Generalstabschef Yasar Büyükanit mit den Worten: „Amerika hat vergangene Nacht den irakischen Luftraum für uns geöffnet. Mit der Öffnung des irakischen Luftraum für uns hat Amerika seine Zustimmung zu der Operation gegeben.“
Bis zu hundert Kilometer tief waren türkische Kampfflugzeuge in der Nacht in den Irak eingedrungen und hatten dort mutmaßliche Stellungen kurdischer Rebellen angegriffen. Die nächtlichen Angriffe hatten bis zu drei Stunden gedauert. Es war die größte türkische Luftoffensive gegen Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) seit vielen Jahren. Nach Angaben irakischer Behörden wurden bei den Angriffen eine Frau getötet und zwei weitere Personen verwundet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem Erfolg.
Bagdad bestellt türkischen Botschafter ein
Die türkischen Streitkräfte teilten auf ihrer Website mit, es seien Stellungen der PKK in der Grenzregion und in den Kandil-Bergen angegriffen worden, die bis zu hundert Kilometer von der Grenze entfernt liegen. In Kandil hat auch die Führung der PKK ihren Sitz.
Amerika soll Türkei bei Angriffen auf kurdische Rebellen im Irak unterstützt haben
Die irakische Regierung bestellte den türkischen Botschafter in Bagdad ein und forderte ein Ende der Luftangriffe. Der stellvertretende Außenminister Mohammed al-Hadsch Humud sagte, die Angriffe auf den Norden des Landes „könnten die friedlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten und Völkern belasten“.
Prokurdische Medien melden getroffene Schulen und ein Krankenhaus
Die prokurdische Nachrichtenagentur Firat berichtete unter Berufung auf die PKK, bei den Bombenangriffen seien zwei Zivilpersonen und fünf PKK-Kämpfer getötet worden. Unter anderem seien zwei Schulen und ein Krankenhaus getroffen worden. Das Krankenhaus sei aber in Erwartung eines türkischen Angriffs evakuiert worden.
Irakischen Berichten zufolge wurden insgesamt zehn Dörfer angegriffen. Ein Sprecher räumte ein, es gebe in der Region Stellungen der PKK. Sie seien aber weit entfernt von den Dörfern, die angegriffen wurden. Türkischen Medienberichten zufolge soll bei dem Angriff auch ein PKK-Kommandozentrum getroffen worden sein. Meldungen aus der Region legten in der vergangenen Woche aber die Vermutung nahe, dass die PKK den Angriff erwartet hatte. Ihre Kämpfer sollen sich vorher aus Lagern in diesen Gebieten in andere Regionen begeben haben.
Erster offiziell bestätigter Angriff seit der amerikanischen Invasion 2003
Alle an den Angriffen beteiligten Maschinen seien sicher zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt, teilten die Streitkräfte mit. Der türkische Fernsehsender NTV berichtete, an dem Angriff seien 50 Maschine beteiligt gewesen. Das Heer beschieße Stellungen der PKK weiterhin mit weitreichenden Waffen, hieß es. Die private Nachrichtenagentur Dogan meldete, Artillerie feuere aus der Stadt Cukurca, die an der Grenze der Türkei zum Irak und zum Iran liegt, in den Irak.
Es war der erste offiziell bestätigte türkische Angriff mit Kampfflugzeugen im Irak seit der amerikanischen Invasion im Irak 2003. Zuvor hatten türkische Truppen schon wiederholt vermutete PKK-Stellungen im Irak mit Artillerie oder auch mit Hubschraubern angegriffen. Wegen des winterlichen Wetters sind Bodenangriffe oder Hubschraubereinsätze derzeit aber kaum möglich.
Die Türkei hatte ihre Offensive gegen die Rebellen intensiviert, nachdem diese bei Angriffen in der Türkei etliche Soldaten getötet hatten. Zehntausende Soldaten wurden an der Grenze zusammengezogen. Das türkische Parlament billigte im Oktober grenzüberschreitende Angriffe auf die PKK. Amerika hat die Türkei aber davor gewarnt. Die Vereinigten Staaten befürchten, dass der ansonsten relativ ruhige Norden des Iraks destabilisiert werden könnte.
USA hatte die Al-Kaida erzeugt und Unterstützt, Die Türkei ist angehende Iran
Astyagan Shur (X_Shur)
- 17.12.2007, 01:29 Uhr
Türkische Angriffe
Silvia luckgei (luckgei)
- 17.12.2007, 09:16 Uhr
@ Rolf-Peter Lacher
Loran Rajic (Srbomanijak)
- 17.12.2007, 13:22 Uhr
Was soll das?
Ömer Günes (Dayrak)
- 17.12.2007, 14:19 Uhr