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Vorwürfe gegen Saudi-Arabien : Türkei will Videos von Khashoggis Ermordung besitzen

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Proteste zur Unterstützung des Journalisten Jamal Khashoggi vor dem saudi-arabaischen Konsulat in Istanbul Bild: AFP

Brisante Schilderungen zum Fall des verschwundenen saudi-arabischen Journalisten setzen Riad unter Erklärungsdruck. Von einem Stopp amerikanischer Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien hält Donald Trump nichts.

          Ein Zeitungsbericht mit höchst brisanten Schilderungen zum Fall des verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi scheint den Verdacht gegen die saudische Staatsführung zu erhärten. Laut der „Washington Post“ existieren angeblich Ton- und Videoaufnahmen, die belegen sollen, dass der 59 Jahre alte Journalist vor eineinhalb Wochen im saudischen Konsulat ermordet wurde. Das Blatt, für das der er in der Vergangenheit selbst schrieb, beruft sich dabei auf Informationen türkischer und amerikanischer Amtspersonen.

          Ankara scheue jedoch bislang eine Veröffentlichung der Aufnahmen, um nicht zu offenbaren, wie Einrichtungen ausländischer Staaten in der Türkei ausspioniert werden. Unklar sei deshalb auch, inwiefern amerikanische Stellen das angebliche Beweismaterial selbst einsehen durften. Die türkische Regierung habe amerikanischen Regierungsvertretern aber versichert, im Besitz kompromittierender Aufnahmen zu sein. Laut „Washington Post“ zeigen sie, wie ein Sicherheitsteam Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul festnimmt.

          Khashoggi hatte die Einrichtung betreten, um Papiere für seine Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem wird er vermisst. Saudi-Arabien weist den Vorwurf zurück, dass der Regimekritiker im Konsulat ermordet worden sei, und hat versprochen, den Fall aufzuklären. Laut Angaben der von der „Washington Post“ zitierten Quellen soll das Sicherheitsteam Khashoggi nach der Festnahme getötet und anschließend seinen Körper zerstückelt haben. Auf dem Tonband sei zu hören, wie Arabisch sprechende Männer ihn befragt, gefoltert und getötet hätten.

          Khashoggi war vor mehr als einem Jahr aus Angst vor politischer Verfolgung ins amerikanische Exil gegangen. Er verfüge über enge Beziehungen zur saudischen Königsfamilie. Der Journalist begrüßte zwar grundsätzlich die Reformen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, kritisierte aber dessen zunehmend autoritären Herrschaftsstil.

          Amerikas Präsident Donald Trump hatte, nachdem er den Fall zunächst zu ignorieren versucht hatte, zuletzt den Druck auf Saudi-Arabien erhöht. „Wir könne nicht zulassen, einem Journalisten so etwas passiert, dass irgendjemandem so etwas passiert“, so Trump. Einem Stopp amerikanischer Rüstungslieferungen als Reaktion auf das Verschwinden Khashoggis erteilte er am Donnerstag indes eine Absage.

          „Was nützt uns das?“, fragte Trump am Donnerstag Journalisten im Oval Office. Eine solche Maßnahme treffe nur amerikanische Verteidigungsunternehmen. Saudi-Arabien können stattdessen auch in Russland oder China einkaufen. Er sei aber pffen für andere Maßnahmen.

          Die Vereinigten Staaten sind mit weitem Abstand der wichtigste Waffenlieferant Saudi-Arabiens, das inzwischen Russland als Staat mit den drittgrößten Militärausgaben weltweit abgelöst hat. Laut Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri lieferte Amerika zwischen 2013 und 2017 allein 78 Kampfflugzeuge, 72 Kampfhubschrauber, 328 Kampfpanzer und über 4.000 gepanzerte Fahrzeuge an Riad. Insgesamt waren die Vereinigten Staaten damit laut dem jüngsten Sipri-Bericht über internationale Waffenlieferungen für 61 Prozent der Importe verantwortlich.

          ======================= Opinary: https://compass.pressekompass.net/compasses/faz/deutschen-rstungsexporte-nach-saudi-arab-W9Er =======================)

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