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„Klima der Verunsicherung“ : Gabriel rät von Türkei-Reisen ab

  • Aktualisiert am

Deutliche Töne findet Außenminister Sigmar Gabriel in Richtung Türkei. Bild: dpa

Der Außenminister bekräftigt die verschärften Reisehinweise des Auswärtigen Amts. Auch für die inhaftierten deutschen Gefangenen bestehe derzeit wenig Grund zu Optimismus.

          Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) rät derzeit nicht zu Reisen in die Türkei. Wer in das Land reisen wolle, müsse sich das „genau überlegen“, sagte Gabriel der „Bild“-Zeitung, die Interview-Auszüge auf ihr Online-Portal stellte. Der Außenminister wies insbesondere auf die Gefahren für Journalisten hin. Er machte aber auch auf das allgemeine Klima der Verunsicherung aufmerksam.

          So könne etwa ein langjähriger deutscher Türkei-Reisender Probleme bekommen, wenn sein Hotelier in Verdacht gerate, Anhänger der Gülen-Bewegung zu sein, sagte Gabriel. „Auf einmal kann es sein, dass auch der deutsche Gast ins Visier kommt, denn für die türkische Regierung ist ja jeder ein Terrorist, der irgendwie nicht mit Erdogan einverstanden ist“, sagte der SPD-Politiker.

          Gabriel wies auf die bereits verschärften Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für die Türkei hin. Darin heißt es, wer „aus privaten oder geschäftlichen Gründen“ in die Türkei reise, werde „zu erhöhter Vorsicht“ aufgerufen und solle sich „auch bei kurzzeitigen Aufenthalten auf die Krisenvorsorgeliste der Konsulate und der Botschaft eintragen“.

          Gabriel sagte weiter, unter Präsident Recep Tayyip Erdogan entferne sich die Türkei „mit rasender Geschwindigkeit von all dem, was Europa ausmacht“. Die Europäische Union werde aber nicht von sich aus die Beitrittsverhandlungen abbrechen, das solle Erdogan dann „bitte selber machen“.

          Für eine Freilassung der deutschen Gefangenen in der Türkei sieht Gabriel derzeit wenig Aussichten. „Die Chance ist nicht sehr groß, wenn man ehrlich ist“, sagte der Außenminister. „Sie werden festgehalten, ohne dass es dafür einen Grund gibt.“ Es entstehe der Eindruck, dass die Gefangenen festgehalten würden, um „Nationalismus“ zu schüren.

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