25.07.2011 · Ein türkisches Gericht hat den Mörder des armenischstämmigen Journalisten Hrant Dink zu 22 Jahren und zehn Monaten Haftstrafe verurteilt. Der Täter war zum Tatzeitpunkt minderjährig. Dink war 2007 in Istanbul erschossen worden.
Ein Gericht in Istanbul hat am Montag den Mörder des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink zu einer Haftstrafe von 22 Jahren und zehn Monaten verteilt. Der Verurteilte Ogün Samast sei auch des unerlaubten Waffenbesitzes für schuldig befunden worden.
Dink, der sich um die armenisch-türkische Aussöhnung bemüht hatte, war im Januar 2007 auf offener Straße in Istanbul erschossen worden. Der Anschlag hatte international Bestürzung und in der Türkei eine Welle der Solidarität mit der armenischen Bevölkerung ausgelöst.
Dink, Herausgeber der türkisch-armenischen Zeitung „Agos“, war ins Visier türkischer Ultranationalisten geraten, weil er die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich „Genozid“ genannt hatte.
Obwohl Dink mehrfach Drohungen erhalten hatte, hatten die Behörden ihn nicht geschützt. Die Familie Dinks verlangte deshalb, dass nicht nur Samast, sondern auch die betreffenden Polizeichefs und Geheimdienstverantwortlichen angeklagt werden. Der über Jahre andauernde Prozess löste statt dessen Verfahren gegen Journalisten aus. Sie hatten schleppende Aufarbeitung des Falles kritisiert.