Home
http://www.faz.net/-gq5-us5g
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Freitag, 17. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Türkei Erdogan: Irak-Invasion nicht ohne Zustimmung des Parlaments

07.06.2007 ·  Ein „begrenzter Einsatz“ der Türkei im Nordirak wurde inzwischen eingestanden. Vor einer möglichen Invasion gegen kurdische Rebellen will Ministerpräsident Erdogan aber das nötige Votum des Parlaments einholen. Washington mahnt zu Zurückhaltung.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (20)

Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat bekräftigt, dass er vor einer Invasion in den Nordirak die Zustimmung des Parlaments einholen werde. Eine solche Entscheidung müsse von den Abgeordneten getroffen werden, „und wir würden entsprechend vorgehen“, sagte er laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Der Beschluss würde jedoch nicht veröffentlicht werden.

Das türkische Außenministerium hatte zuvor Berichte dementiert, die Armee habe in einem größeren Vorstoß über die Grenze hinweg kurdische Rebellen im Nordirak verfolgt. Militärvertreter gestanden aber einen „begrenzten Einsatz“ ein, ohne die Zahl der beteiligten Soldaten zu nennen. Der türkische Außenminister Abdullah Gül bekräftigte einem Bericht des Senders NTV zufolge das Recht seines Landes, gegen Aufständische vorzugehen: „Wir sind im Krieg gegen den Terror. Wir werden tun, was nötig ist, um den Terrorismus zu bekämpfen.“

Washington fordert Zurückhaltung

Wegen der Parlamentswahl im Juli tagen die Volksvertreter derzeit nicht und müssten zu einer Sondersitzung einberufen werden, um eine Invasion zu genehmigen. Die Vereinigten Staaten haben die Türkei zu Zurückhaltung aufgefordert. Sie befürchten einen größeren Konflikt im Nordirak, der bislang die stabilste Region in dem Golfstaat ist.

Die Türkei hat in den vergangenen Wochen ihre Truppen an der Grenze verstärkt und mit einem Einmarsch gedroht, um Stützpunkte der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) anzugreifen. Die irakische Regierung bekräftigte, dass sie einen Einmarsch nicht tolerieren werde. „Wir haben alle Seiten, darunter die kurdische Führung, aufgerufen, die Spannungen zu vermindern und den Dialog zu suchen“, sagte Außenminister Hoschjar Sebari. Die amerikanischen Streitkräfte in Bagdad zeigten sich angesichts der Berichte sehr besorgt.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Kandidat Sarkozy

Von Günther Nonnenmacher

Mit der Veröffentlichung seiner Kandidatur hofft Sarkozy, in den Umfragen neuen Elan freizusetzen. Einen richtigen Wahlkampfknüller hat er indes nicht zu bieten. Mehr 1 2