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Aktualisiert: 17.03.2017, 16:26 Uhr

Streit mit den Niederlanden Türkischer Außenminister warnt vor „Religionskriegen“ in Europa

Der Ton bleibt rauh zwischen den Niederlanden und der Türkei: Jetzt warnt Außenminister Cavusoglu vor Religionskriegen – und stellt klar: „Die Türkei befiehlt, ihr könnt um etwas bitten.“

© Reuters Schlägt einen harten Ton an: Türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sieht Europa auf dem Weg in einen Religionskrieg. Mit Blick auf die Parlamentswahl in den Niederlanden sagte Cavusoglu am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Antalya, dass die meisten Parteien dieselbe Haltung verträten wie der islamfeindliche und europakritische Geert Wilders. „Zwischen den Sozialdemokraten und dem Faschisten Wilders besteht überhaupt kein Unterschied, alle denken gleich.“ Mit dieser Mentalität würden sie „Europa an den Abgrund führen“, sagte Cavusoglu. „Bald könnten in Europa auch Religionskriege beginnen, und sie werden beginnen.“

Bei der Wahl am Mittwoch wurde die rechtsliberale Partei von Ministerpräsident Mark Rutte trotz Verlusten abermals stärkste Kraft. Wilders’ Partei liegt deutlich dahinter. Rutte hatte unlängst Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in den Niederlanden verboten und damit einen Konflikt mit der Regierung in Ankara ausgelöst. Vor allem der verhinderte Auftritt der türkischen Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya in Rotterdam sorgte bei der türkischen Regierung für Verärgerung. Türkische Politiker warfen der Regierung in Den Haag Nazi-Methoden vor, ähnlich wie zuvor Deutschland.

Bei den Niederländern fand Ruttes harter Kurs gegenüber der Türkei Zustimmung. Das Machtspiel mit Ankara verschaffte dem Politiker wohl auch bei der Wahl einen Vorsprung.

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Cavusoglu kündigte jetzt weitere Schritte gegen die Niederlande an und sagte: „Wir können uns mit denen nicht befassen, als wären wir Schmarotzer. Der Türke ist nirgendwo ein Schmarotzer.“ Europa werde schon lernen, wie man mit der Türkei umzugehen habe, sagte Cavusoglu weiter. Ansonsten werde die Türkei es Europa beibringen. „Ihr werdet von Eurem befehlenden Diskurs absehen. Die Türkei befiehlt“, sagte er.

Die Türkei sei die „Umma“, die weltweite Gemeinschaft von „zwei Milliarden“ Muslimen. „Deshalb könnt Ihr mit der Türkei nicht im Befehlston sprechen. Ihr müsst anständig reden, Ihr könnt um etwas bitten.“

© AFP, Reuters Deutsche Politiker kritisieren türkische Regierung

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