http://www.faz.net/-gpf-93nhb

Michael Flynn : Türkei soll früherem Trump-Vertrauten Geld für Gülen-Entführung geboten haben

  • Aktualisiert am

Michael Flynn spricht im Februar 2017 im Weißen Haus in Washington. Bild: dpa

Ursprünglich hat Michael Flynn wegen möglichen Russland-Kontakte seinen Job als Sicherheitsberater von Donald Trump verloren. Jetzt kommt heraus: Auch mit der Türkei soll Flynn in pikante Geschäfte verwickelt gewesen sein.

          Vertreter der türkischen Regierung haben nach einem Zeitungsbericht dem seinerzeitigen Trump-Vertrauten Michael Flynn im vergangenen Jahr Millionen Dollar für eine Entführung des Predigers Fethullah Gülen aus den Vereinigten Staaten angeboten.

          Der Geistliche lebt in Pennsylvania im Exil. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält die Gülen-Bewegung für den Drahtzieher des gescheiterten Putschversuches im Juli 2016 und hat bisher vergeblich auf eine Auslieferung des Geistlichen gedrungen. Flynn hat in der Vergangenheit in Amerika Lobbyarbeiten für die türkische Regierung verrichtet.

          15 Millionen Dollar soll Flynn geboten worden sein

          Wie das „Wall Street Journal“ am Freitag berichtete, trafen sich die türkischen Regierungsvertreter mit Flynn im vergangenen Dezember in Washington. Dabei sei unter anderem über einen Plan gesprochen worden, Gülen gewaltsam mit einem Privatflugzeug in die Türkei und dort in ein Gefängnis zu bringen.

          Donald Trump war zu diesem Zeitpunkt bereits gewählter Präsident und Flynn sein designierter Sicherheitsberater. Insgesamt seien Flynn und dessen Sohn Michael bis zu 15 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro) für die Entführung des Predigers angeboten worden. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass es zu irgendwelchen Zahlungen gekommen sei.

          Nach Angaben des Blattes sind das Treffen und der angebliche Plan Gegenstand der Untersuchungen von FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Dieser geht zwar primär der Frage nach, ob es zwischen dem Trump-Wahlkampflager und Russland Absprachen über eine Wahlbeeinflussung gegeben hat. Aber diese Ermittlungen haben sich inzwischen verästelt.

          Flynn ist ursprünglich wegen Russland-Kontakten im Präsidentschaftswahlkampf in Muellers Visier geraten, mittlerweile geht es bei den Ermittlungen aber auch um finanzielle Geschäfte des Ex-Generals. Trump hatte ihn im Frühjahr als Sicherheitsberater gefeuert, weil er über Gespräche mit dem seinerzeitigen Moskauer Botschafter in Washington gelogen hatte. Das „Wall Street Journal“ beruft sich bei seinem Bericht auf Kreise, die über die Mueller-Ermittlungen informiert sind.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Putin gratuliert Assad zu Erfolg

          Bürgerkrieg in Syrien : Putin gratuliert Assad zu Erfolg

          Der russische Militäreinsatz in Syrien könnte bald vorbei sein, sagt Russlands Präsident Wladimir Putin. Er freue sich auch über Assads Bereitschaft Frieden zu schließen, heißt es weiter.

          Türkische Lira fällt auf Rekordtief

          Spannungen mit Amerika : Türkische Lira fällt auf Rekordtief

          Die türkische Lira ist am Dienstagmorgen auf ein neues Rekordtief zum Dollar gefallen. Am Markt wurde dies mit dem Prozess gegen den türkischen Goldhändler Zarrab und Äußerungen von Staatspräsident Erdogan über die nationale Notenbank begründet.

          Der General hat niemanden, der ihn sucht Video-Seite öffnen

          Urteil gegen Ratko Mladic : Der General hat niemanden, der ihn sucht

          Am Mittwoch spricht das UN-Kriegsverbrechertribunal das letzte Urteil seiner Geschichte. Der Angeklagte Ratko Mladic konnte sich fast 16 Jahre vor seinen Richtern verstecken. Wie gelang das? Eine Rekonstruktion.

          Topmeldungen

          Nach Jamaika-Aus : Abgewählt an der Macht

          Die Bundesregierung „führt die Geschäfte“ – und zwar deutlich länger als gedacht. Wo setzt sie jetzt Schwerpunkte? Welche Grenzen zieht das Grundgesetz?

          Urteil gegen Ratko Mladic : Der General hat niemanden, der ihn sucht

          Am Mittwoch spricht das UN-Kriegsverbrechertribunal das letzte Urteil seiner Geschichte. Der Angeklagte Ratko Mladic konnte sich fast 16 Jahre vor seinen Richtern verstecken. Wie gelang das? Eine Rekonstruktion.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.