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Tschetschenien Bassajew droht mit zweitem Beslan

04.02.2005 ·  Der tschetschenische Rebellen-Anführer Schamil Bassajew hat neue Gewalttaten nach der Art des Geiseldramas im südrussischen Beslan angekündigt. Er sehe sich „dazu gewungen“.

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Der tschetschenische Rebellen-Anführer Schamil Bassajew hat neue Gewalttaten nach der Art des Geiseldramas im südrussischen Beslan angekündigt.

„Wir planen für die Zukunft Operationen ähnlich der von Beslan, weil wir dazu gezwungen sind", sagte Bassajew in einem Interview, das der britische Fernsehsender „Channel 4“ am Donnerstag abend ausstrahlte.

Waffenruhe bis zum 22. Februar

Er warf der russischen Armee vor, tschetschenische Bürger zu verschleppen. „Unsere Mädchen verschwinden spurlos. Sie nehmen jeden mit“, sagte Bassajew. „Um dieses Chaos zu beenden, müssen wir auf diese Weise reagieren. Auch wenn es zynisch scheint, planen wir diese Operationen und werden sie auch ausführen.“ Bassajew saß während der Aufnahme hinter einem Schreibtisch und trug ein schwarzes T-Shirt mit der kyrillischen Aufschrift „Antiterror“.

Im September hatten Kämpfer der Gruppe Bassajews eine Schule in Beslan besetzt und mit Sprengstoff vermint. Bei der Stürmung durch russische Sicherheitskräfte wurden mehr als 330 Menschen getötet, rund die Hälfte davon waren Kinder.

Auf einer Internetseite der für die Unabhängigkeit der russischen Teilrepublik kämpfenden Rebellen hieß es am Mittwoch, Bassajew habe seinen Kämpfern eine Waffenruhe bis zum 22. Februar angeordnet. Eine Bestätigung dafür war aber nicht zu erhalten.

Moskau wirft London Terror-Unterstützung vor

Nach der Ausstrahlung des Interviews hat die russische Regierung Großbritannien die Unterstützung von Terroristen vorgeworfen. Moskau nahm indirekt die britische Regierung in die Verantwortung und ließ Hinweise auf die Pressefreiheit im Land nicht gelten. Den Terroristen sei Raum für Propaganda gegeben worden, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Jeglicher Versuch, dies zu rechtfertigen, sei zynisch, hieß es in der Erklärung aus Moskau.

Rußland hatte die britische Regierung zuvor aufgefordert, die Ausstrahlung des Interviews zu verhindern. Das Interview sei ein Versuch der Terroristen im Nordkaukasus, Informationen weiterzugeben, erklärte die Regierung in Moskau. Der Sender rechtfertigte dagegen die Veröffentlichung: „Das Interview zeigt ganz klar, was für ein Mann Schamil Bassajew ist.“

Beziehung zwischen Putin und Blair ohnehin gespannt

er Sender leitete eigenen Angaben zufolge nach dem Geiseldrama in Beslan seine Fragen über einen Mittelsmann an den Rebellenführer. Vier Monate später sei dem Sender in einer nicht näher genannten Stadt im Nahen Osten eine Video-CD mit Bassajews Stellungnahme übergeben worden. Der Sender erklärte, er wisse nicht, wo die Aufnahmen mit Bassajew gefilmt worden seien. Doch seien sie vermutlich in Tschetschenien gedreht worden.

Das Verhältnis zwischen Moskau und London ist in der Tschetschenien-Frage seit längerem angespannt. Die Briten hatten sich Ende 2003 geweigert, den Sprecher der tschetschenischen Rebellen, Achmed Sakajew, an Rußland auszuliefern.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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