http://www.faz.net/-gpf-8ywc7

Trump schränkt Handel ein : Kuba verurteilt amerikanische Restriktionen

  • Aktualisiert am

Kubas Staatchef Raúl Castrio zeigt bislang wenig Neigung, auf den Kurswechsel in Washington gegenüber seinem Land zu reagieren. Bild: dpa

Das Regime in Havanna wehrt sich gegen den Konfrontationskurs Donald Trumps. Es sendet aber zugleich Signale der Dialogbereitschaft nach Washington.

          Die kubanische Regierung hat die von Amerikas Präsident Donald Trump verkündeten neuen Reise- und Handelsbeschränkungen verurteilt. In einer am Freitagabend (Ortszeit) im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung bekräftigte die Regierung in Havanna gleichzeitig ihre Bereitschaft „zum respektvollen Dialog und zur Zusammenarbeit“ mit den Vereinigten Staaten. Trump hatte am Freitag die Rücknahme von Lockerungen bei den Reise- und Handelsbeschränkungen mit dem Karibikstaat verkündet, die unter seinem Vorgänger Barack Obama eingeführt worden waren.

          Die kubanische Regierung erklärte, „jede Strategie, die das politische, ökonomische und soziale System in Kuba zu ändern sucht“, sei „zum Scheitern verurteilt“. Trump sei „schlecht beraten“ und treffe Entscheidungen, die nur den „politischen Interessen einer extremistischen Minderheit kubanischer Herkunft“ im amerikanischen Bundesstaat Florida entsprächen.

          Durch Trumps Anordnung werden Finanztransaktionen mit dem kubanischen Tourismuskonzern Gaesa verboten, hinter dem die Armee des Landes steht. Gaesa betreibt Joint Ventures auch mit amerikanischen Unternehmen, unter anderem mit der Hotelkette Marriott. An der Spitze des Tourismuskonzerns steht der Schwiegersohn des kubanischen Präsidenten Raúl Castro, Luis Rodríguez López-Callejas.

          Zur Begründung für seine Entscheidung erklärte der amerikanische Präsident, die bislang geltenden Vereinbarungen hätten nicht der kubanischen Bevölkerung geholfen, „sondern nur das kubanische Regime bereichert“. Er wolle einen „viel besseren Deal für das kubanische Volk“ erreichen. Die historische Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu dem karibischen Nachbarland nach mehr als 50 Jahren Eiszeit bleibt jedoch von Trumps Kurswechsel unberührt.

          Unser Angebot für Erstwähler
          Unser Angebot für Erstwähler

          Lesen Sie 6 Monate die digitalen Ausgaben von F.A.Z. PLUS und F.A.Z. Woche für nur 5 Euro im Monat

          Zum Angebot

          Die kommerziellen Flugverbindungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba sollen bestehen bleiben. Allerdings will Trump die Bedingungen, unter denen amerikanische Bürger nach Kuba reisen dürfen, wieder verschärfen. Die Reisen sind Bürgern der Vereinigten Staaten künftig nur noch in zwölf Kategorien gestattet – etwa als Bildungsreisen oder journalistische Besuche.

          Die Zahl der Amerika-Reisenden nach Kuba hatte sich durch Obamas Politik mehr als verdoppelt: In den ersten fünf Monaten des Jahres besuchten fast 300.000 Amerika-Bürger Kuba. Im vergangenen Jahr hatte Kuba insgesamt gut 280.000 Besucher aus den Vereinigten Staaten empfangen. Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Karibikstaates.

          Trump verlangte von der kubanischen Regierung, politische Gefangene freizulassen. Jegliche Annäherung der Vereinigten Staaten an das Nachbarland machte Trump von Fortschritten bei den Menschenrechten abhängig.

          Weitere Themen

          Spätentscheider verhindern das Schlimmste für CSU Video-Seite öffnen

          Wahlanalyse : Spätentscheider verhindern das Schlimmste für CSU

          Schwächer auf dem Land, Unzufriedenheit mit dem Bund, die Sehnsucht nach einer Koalitionsregierung, ein Glaubwürdigkeitsproblem von Söder und Seehofer - und wieso es dann doch nicht so schlimm für die CSU kam.

          Iran hält am Atomdeal fest

          Trotz Amerikas Sanktionen : Iran hält am Atomdeal fest

          Amerika wird demnächst die Sanktionen gegen Iran verschärfen. Doch die Machthaber in Teheran geben sich unbeeindruckt. Ein Rückzug aus dem Atomabkommen hätte weitreichende Folgen.

          Irland-Streit verhindert Einigung Video-Seite öffnen

          Zitterpartie Brexit : Irland-Streit verhindert Einigung

          Ein Brexit ohne Abkommen wird immer wahrscheinlicher. Noch immer seien Schlüsselthemen wie die Vermeidung einer harten Grenze zwischen Irland und Nordirland bei Verhandlungen der EU und Großbritannien offen geblieben.

          Topmeldungen

          Bayern-Wahl bei ARD, ZDF, BR : Als die Grünen fast allein gewannen

          Im Fernsehen hören wir am Wahlabend andauernd: Das ist ein „historisches“ Ereignis! Doch wie lautet das Ergebnis überhaupt? Das kommt bei ARD und ZDF nicht wirklich heraus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.