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Trump vor UN-Vollversammlung : Der Souverän bin ich

Bild: United Nations

Donald Trump kehrt nach einem Jahr zurück zu den UN. In New York wendet sich der innenpolitisch angeschlagene Präsident mit einer nationalistischen Botschaft an die Welt.

          Donald Trump hat mit diplomatischen Gepflogenheiten nicht viel am Hut. Am Dienstagmorgen kommt er verspätet an am Hauptquartier der Vereinten Nationen. Es ist kein langer Weg von der Fifth Avenue, wo sein Trump Tower steht, bis zum East River. Gewiss, es regnet in New York. Doch auch nach seiner Ankunft hat der amerikanische Präsident es nicht eilig. Im Foyer antwortet er spontan auf Fragen der Journalisten. In der Vollversammlung muss man improvisieren. So darf der Präsident Ecuadors vor jenem Präsidenten reden, den man einst den „Führer der freien Welt“ nannte.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Trump beginnt in ruhigem Ton. In weniger als zwei Jahren habe seine Regierung mehr erreicht als fast jede andere Vorgängerregierung. Lacher, aber auch Unmutsäußerungen im Plenum. Trump unterbricht: Diese Reaktion habe er nicht erwartet, sagt er, und bemüht sich um ein Lächeln. Viele im Plenum kennen das schon: Trump, so heißt es oft, neige auch in vertraulichen Gesprächen hinter verschlossener Tür dazu, zunächst und vor allem sich selbst zu loben. Er setzt nun seine Rede fort, die zunächst eine rein innenpolitische ist. Amerika sei stärker, sicherer und reicher geworden. Die Wirtschaft boome, die Arbeitslosigkeit auch der afroamerikanischen und hispanischen Minderheiten sei so niedrig wie nie. Das amerikanische Militär sei bald so stark wie nie in seiner Geschichte.

          Die Jahresbilanz des amerikanischen Präsidenten

          Sodann schlägt er den Bogen zur internationalen Politik und wendet sich Nordkorea zu. Mit dem Gipfeltreffen in Singapur habe er „einen Stoß in Richtung Frieden“ gewagt. Er dankt den Staats- und Regierungschefs Südkoreas, Japans und auch Chinas. Den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un nennt er versehentlich zunächst „Jim“.

          Trump blickt nun auf den Mittleren Osten. Er lobt den erfolgreichen Kampf gegen die blutrünstigen IS-Terroristen, die man so gut wie geschlagen habe. Er warnt das Assad-Regime vor dem Einsatz von Chemiewaffen. Darauf würde Amerika reagieren. Auch preist er seine Entscheidung, die amerikanische Botschaft in Israel nach Jerusalem zu verlegen. Dann widmet er sich Iran: Das Regime in Teheran verhalte sich übel in der Region und betrüge sein eigenes Volk, mit dessen Geld es seine Taschen fülle und Kriege führe. Viele Staaten hätten deshalb seine Entscheidung, sich aus dem Atomabkommen zurückzuziehen, unterstützt. Dem Regime gehe es um Aggression und Expansion.

          Bevor Trump seine Rede in einen weltanschaulichen Rahmen stellt, nennt er noch die Stichworte Handel und Energiesicherheit. Er bekräftigt gegenüber seinem „Freund Xi“, er werde das Handelsdefizit gegenüber China nicht länger tolerieren. Und er kritisiert abermals die deutsche Energiepolitik. Berlin mache sich vollkommen abhängig von Russland. Es ist nun mucksmäuschenstill im Saal, ab und zu ist ein Raunen zu hören.

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