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Moskau-Kontakte von Trump jr. : Weißes Haus gibt Einmischung des Präsidenten zu

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Präsident Trump habe geholfen, aber nichts diktiert: Scheibchenweise gibt das Weiße Haus Informationen über das geheime Treffen von Trump junior mit einer russischen Anwältin heraus. Bild: AP

Der amerikanische Präsident habe seinem Sohn helfen wollen, heißt es aus dem Weißen Haus. In einem Detail weist die Regierung aber vorherige Berichte zurück.

          Das Weiße Haus hat zugegeben, dass Präsident Donald Trump seinem ältesten Sohn bei einer Stellungnahme zu dem umstrittenen Treffen mit einer russischen Anwältin geholfen hat. Der Präsident habe sich eingebracht, er habe seinem Sohn aber nicht diktiert, was er schreiben solle, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Dienstag.

          „Der Präsident hat seine Meinung eingebracht, wie das jeder Vater tun würde, das geschah auf Grundlage der begrenzten Informationen, die er hatte.“ Die Erklärung von Donald Trump Jr. sei wahrheitsgemäß gewesen, sie habe keine falschen Angaben enthalten, fügte sie hinzu.

          Hintergrund ist ein Treffen von Trumps Sohn mit der russischen Anwältin Natalia Wesselnizkaja während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr. Dieser veröffentlichte zunächst eine Erklärung, wonach das Gespräch keinen Bezug zur amerikanischen Präsidentschaftswahl hatte. Später kam jedoch durch E-Mails ans Licht, dass sich Trump Jr. von der Juristin belastendes Material über die demokratische Kandidatin Hillary Clinton erhoffte.

          Die Zeitung „Washington Post“ hatte zuvor berichtet, Trump habe seinem Sohn die Stellungnahme diktiert. Darin spielte Trump Jr. das Treffen mit einer russischen Anwältin im Juni 2016 herunter. Bei dem Gespräch sei es lediglich um ein Adoptionsprogramm für russische Kinder gegangen und dies sei zur damaligen Zeit kein Wahlkampfthema gewesen, hieß es.

          Unter wachsendem Druck legte der Präsidentensohn schließlich seinen damaligen E-Mail-Wechsel offen. Daraus geht hervor, dass er dem Treffen zugestimmt hatte, weil ihm kompromittierendes Material über die Konkurrentin seines Vaters, die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, versprochen worden war. In einer E-Mail an ihn ist von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Dies gilt als bisher deutlichstes Indiz, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten.

          Amerikas Geheimdienste beschuldigen den Kreml seit längerem, sich gezielt in den Präsidentschaftswahlkampf von 2016 eingemischt zu haben. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es zwischen Trumps Wahlkampflager und Moskau Absprachen gab.

          Quelle: rad./dpa/Reuters

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