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Trump greift in Syrien ein : Welche Vergeltung droht Amerika?

Nach kurzer Zeit auch Kriegspräsident: Donald Trump Bild: EPA

Donald Trump beklagt den Tod „wunderschöner Babys“, Syriens Gewaltherrscher Assad gibt sich betont gelassen. Der amerikanische Luftschlag gegen sein Terrorregime hilft Trump, löst aber keines der Probleme im vom Krieg zerrissenen Land.

          Donald Trump lässt sich nichts anmerken, er baut auf das Überraschungsmoment. Um zehn nach sieben geleitet er Xi Jinping und dessen Frau am Donnerstag über die Terrasse seines Golfclubs Mar-a-Lago zum Abendessen. Der amerikanische Präsident ignoriert hereingerufene Reporterfragen, ob er sich schon weitere Gedanken über Syrien gemacht habe. Galant rühmt er das chinesische Präsidentenpaar und bringt später seine eigenen Berater am Esstisch mit einem Schuss Selbstironie zum Lachen: „Wir hatten schon ein langes Gespräch. Bisher habe ich nichts erreicht“, sagt Trump und blickt zu Xi. „Absolut nichts.“ Da muss der Oberbefehlshaber der Vereinigten Staaten bereits angeordnet haben, einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe zu zerstören. Als auf den Zerstörern USS Ross und USS Porter im östlichen Mittelmeer die ersten Tomahawk-Marschflugkörper abgeschossen werden, ist es in Florida zwanzig vor neun. Die chinesische Delegation verabschiedet sich gerade, um zu Bett zu gehen.

          Andreas Ross

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Eine Stunde später wendet sich Trump an seine Landsleute. Der syrische Diktator Baschar al Assad habe am Dienstag einen „barbarischen“ Giftgaseinsatz angeordnet und sogar „wunderschöne Babys grausam ermordet“, wiederholt Trump und wirkt aufgewühlt. Er habe einen Angriff auf jenen Flugplatz angeordnet, von dem der Angriff ausgegangen sei. Denn es liege im „vitalen Interesse der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten“, den Einsatz von Chemiewaffen zu verhindern und davor abzuschrecken. Wieder geht Trump hart mit seinem Vorgänger ins Gericht. Zwar erwähnt er Barack Obama diesmal nicht namentlich, aber er wirft ihm vor, „dramatisch gescheitert“ zu sein. Die Flüchtlingskrise und die Destabilisierung der Region bedrohten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten. Dank Amerikas Sinn für Gerechtigkeit, so „hofft“ Trump, würden aber „am Ende Frieden und Harmonie obsiegen“.

          Es ist noch dunkle Nacht in Syrien, als die Tomahawks gegen halb vier auf dem Luftwaffenstützpunkt Al Sheirat einschlagen. „Wir haben geschlafen“, schreibt ein syrischer Soldat auf seiner Facebook-Seite. Das syrische Staatsfernsehen zeigt Amateuraufnahmen vom Widerschein der Explosionen, die in schneller Folge donnern. Nach Tagesanbruch stehen dunkle Rauchwolken über dem Stützpunkt. Ein weiterer syrischer Soldat schreibt bei Facebook, Munitions- und Kerosindepots stünden in Flammen. Es ist das staatliche russische Fernsehen, das als erster Sender Bilder aus dem Innern der Basis verbreitet. Sie zeigen zerstörte, leere Hangars. Die Landebahn sei intakt.

          Schaden am attackierten Flugplatz noch unklar

          So bleibt zunächst unklar, wie viel Schaden die Amerikaner angerichtet haben. Ein Sprecher des Pentagons teilt mit, man habe Flugzeuge und Infrastruktur erheblich beschädigt oder zerstört. In der regimefreundlichen Presse ist von 15 zerstörten Jagdbombern die Rede, die syrische Armee spricht von sechs Toten und erheblichen Zerstörungen. Doch auch Offiziere der Rebellen bekunden Zweifel, dass der Stützpunkt in Al Sheirat für die Truppen von Baschar al Assad auf längere Sicht unbrauchbar geworden sei.

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