http://www.faz.net/-gpf-90o2y

„Gefährliche Lage“ : Trump droht nun auch Venezuela mit Militäreinsatz

  • Aktualisiert am

Donald Trump (r.) und sein Außenminister Rex Tillerson auf dem Golfplatz-Anwesen in Bedminster. Bild: Reuters

Eine „militärische Option“ gegen Venezuela liege auf dem Tisch, so Amerikas Präsident. Derweil fordert China von ihm, von weiteren Drohungen gegen Nordkorea abzusehen.

          Amerikas Präsident Donald Trump zieht ein militärisches Eingreifen in Venezuela in Betracht. Es gebe mehrere Möglichkeiten, darunter „eine militärische Option“, sagte Trump am Freitag auf seinem Golfplatz in Bedminster im Bundesstaat New Jersey. „Wir haben Truppen auf der ganzen Welt, an weit entfernten Orten. Venezuela ist nicht sehr weit weg und die Menschen dort leiden und sterben“. Trump nannte die Lage in dem südamerikanischen Land „sehr gefährlich“.

          In Venezuela tobt ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition, mindestens 125 Menschen wurden bei den politischen Unruhen seit Anfang April getötet. Staatschef Nicolás Maduro beschuldigt Washington, im Hintergrund am Sturz seiner Regierung zu arbeiten.

          Konkrete Absichten für ein militärisches Eingreifen in Venezuela gibt es aber offenbar noch nicht. Ein Pentagon-Sprecher erklärte, zum jetzigen Zeitpunkt gebe es noch keine entsprechenden Anweisungen aus dem Weißen Haus.

          Trumps Regierung hatte nach der Wahl der verfassunggebenden Versammlung in Venezuela Ende Juli Sanktionen gegen Maduro verhängt und sein Vermögen in den Vereinigten Staaten eingefroren. Washington bezeichnete den sozialistischen Präsidenten als „Diktator“ und kritisierte das neue Gremium als „rechtswidrig“.

          „Menschen leiden und sterben“ : Trump droht Venezuela mit Militärintervention

          Mit Blick auf Nordkorea forderte Chinas Präsident Xi Jinping Trump in einem Telefonat seinen amerikanischen Amtskollegen zur Mäßigung auf. Trump müsse im Atomstreit „Worte und Taten“ vermeiden, welche die ohnehin angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel verschlimmerten, sagte Xi laut einem Bericht des staatlichen chinesischen Fernsehens vom Samstag.

          Xi rief überdies alle beteiligten Seiten auf, „Zurückhaltung zu üben“ und „den Weg des Dialogs, der Verhandlungen und einer politischen Lösung weiterzugehen“, wie der Sender CCTV berichtete. Das Weiße Haus teilte nach dem Gespräch mit Xi mit, Nordkorea müsse sein „provokatives und eskalierendes Verhalten“ beenden.

          Trump: „Er wird es bereuen“

          Zuvor hatte Trump mit neuen Drohungen gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un nachgelegt: „Sollte er irgendetwas mit Guam machen oder mit einem anderen Ort auf amerikanischem Territorium oder mit einem amerikanischen Verbündeten, dann wird er das bereuen, und zwar schnell.“ Die Nordkoreaner müssten „den Ernst dessen, was ich sage, voll verstehen“, fügte der Präsident hinzu. Indirekt lässt sich das als Beistandsgarantie für Amerikas Verbündete verstehen.

          Am Freitagmorgen hatte Trump bereits auf Twitter mit Blick auf Nordkorea geschrieben: „Die militärischen Lösungen sind nun vollständig vorbereitet“.

          Washington und Pjöngjang hatten die gegenseitigen Drohungen zuletzt verschärft. Trump hatte gewarnt, die Vereinigten Staaten würden „mit Feuer und Wut“ auf weitere Provokationen reagieren. Nordkorea drohte daraufhin mit einem Angriff nahe der strategisch wichtigen Pazifikinsel Guam, wo die Amerikaner einen Luftwaffenstützpunkt mit 6000 Soldaten unterhalten.

          Der Konflikt mit Nordkorea betrifft auch die Beziehungen zwischen Amerika und China. Eine amerikanische Marineoperation ist die neueste Episode im Machtkampf im Südchinesischen Meer.

          Weitere Themen

          Nordkorea versetzt Mike Pence Video-Seite öffnen

          Treffen geplatzt : Nordkorea versetzt Mike Pence

          Eigentlich hätten sich am Rande der Olympischen Spiele in Pyeongchang Vertreter Amerikas mit denen Nordkoreas treffen sollen. Doch die Nordkoreaner ließen den Termin platzen – nach einer unangenehmen amerikanischen Bekanntmachung.

          Mahnwachen nach dem Amoklauf Video-Seite öffnen

          Schule in Florida : Mahnwachen nach dem Amoklauf

          Nach dem Amoklauf eines 19-Jährigen in seiner ehemaligen Schule im amerikanischen Parkland mit 17 Toten, schwanken die Gefühle vieler Menschen zwischen Trauer und Wut. Präsident Trump hat seine Position zu Waffenkäufen derweil zumindest ein wenig verändert.

          Topmeldungen

          Die beiden Parteivorsitzenden der AfD, Alexander Gauland (links) und Jörg Meuthen, sprechen Mitte Dezember 2017 vor Beginn der Sitzung des AfD-Bundesvorstands miteinander.

          Nähe zu Islamfeinden : AfD-Führung für Redeauftritte bei Pegida

          Jörg Meuthen und Alexander Gauland fordern eine Aufhebung des Kooperationsverbots mit der Pegida-Bewegung. Um bürgerliche Wähler nicht abzuschrecken, solle aber Lutz Bachmann besser „aus dem Schaufenster der Bewegung verschwinden“.
          Die deutschen Eishockey-Spieler stehen sensationell im Halbfinale.

          Deutsche Eishockey-Sensation : „Das war ein Wahnsinnsspiel von uns“

          Vor 42 Jahren brachte das „Wunder von Innsbruck“ den Deutschen bei Olympia Bronze. Nun stehen sie nach dem sensationellen Sieg über Weltmeister Schweden wieder im Halbfinale – nach einer denkwürdigen Partie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.