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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Trotz internationaler Kritik Todesurteile in Japan vollstreckt

 ·  Zum ersten Mal seit 20 Monaten sind in Japan wieder verurteilte Mörder hingerichtet worden. Japan wird wegen seines Festhaltens an der Todesstrafe international scharf kritisiert.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (10)

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Wolfgang Hebold (hebold) - 29.03.2012 13:07 Uhr

Täterschaft

Interessant an dem Beitrag ist eigentlich nur eines: Dass kein einziges Wort über die Morde und die Mordopfer verloren wird. Aber die Mörder; für die empfindet Amnesty International tiefes Mitleid. Einmal mehr zeigt sich hier die Moral der Allesversteher und Gutmenschen.

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Tilo Broszies
Tilo Broszies (kureyon) - 29.03.2012 12:55 Uhr

Fehlurteile

Zeigt ein Mörder auf eine kranke Gesellschaft? Dann verbietet es sich, ihn zu "beseitigen". Aber wie realistisch ist es, an eine Gesellschaft ohne diese Art von Gewalt zu glauben? Es scheint wirklich eine Glaubensfrage zu sein.
Warum wird das Festhalten an der Todesstrafe dem hohen wirtschaftlichen Entwicklungsniveau Japans gegenüber gestellt? Für mich fast ein Widerspruch.

Der eigentliche Kern des Problems ist für mich die Möglichkeit von Fehlurteilen (oder die bewusste Ausnutzung der Todesstrafe, etc).
Ich sehe eher pragmatische Schwierigkeiten als grundlegende ethische o.ä...

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Rolger Zieand
Rolger Zieand (rolzie) - 29.03.2012 12:42 Uhr

nur wenige Minuten vorher

Es wird u.a. bemängelt, dass die Verbrecher erst wenige Minuten vor der Hinrichtung davon erfahren.
Unglaublich! Den Opfer hatten doch auch keine Gewöhnungsphase.

Dennoch muss man die Todesstrafe nicht mehr einführen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.03.2012 13:20 Uhr
Lukas Himmelssenf

Argumentation?

Was wollen Sie damit sagen - wenn ein Mörder sein Opfer eine Woche vor der Tat über die Tat aufklärt und zwischenzeitlich einsperrt, dann hat er es auch entsprechend verdient?

Eine Gesellschaft muss sich insbesondere auch daran messen lassen, wie sie mit Verbrechern umgeht - zum Glück sind wir soweit, dass die Menschenrechte unveräußerlich sind.

Hoffentlich kommen die Diskussionen in Japan doch in Gang - und führen schnell zu Veränderungen...

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Alexander Rady
Alex R (AlexRabu) - 29.03.2012 11:57 Uhr

Japan

Ich liebe dieses Land; dort werden brutale Verbrecher noch bestraft. Die Qualen der Ungewissheit über den Tod sind eine gerechte Strafe. Ich frage mich, wie die Gutmenschen reagieren würden, wenn ihr Kind/ihre Familie Opfer eines solchen Menschen wird... Gnade? Vergebung? Soetwas gewähren nur die Schwachen. Ab einem gewissen Zeitpunkt sind Menschenrechte verwirkt und es handelt sich nur noch um ein Tier. Wer anderes behauptet, spricht dem Leid der Opfer hohn. Aber Opferschutz ist heutzutage ja nicht mehr "in", lieber setzt man sich für die Rechte der "Tiere" (der "Menschen", welche ihr Menschsein verwirkt haben) ein...

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.03.2012 15:43 Uhr
Hans Bethe
Hans Bethe (hbethe) - 29.03.2012 15:43 Uhr

Werter Herr Hebold, werte Kritiker der "Gutmenschen"

"es wäre schön, wenn diese Diskussion sachlich geführt würde. Ein Vergleich der Todesstrafe mit einem Mord gehört ganz sicher nicht dazu." - Ich würde ganz im Gegenteil sagen die Unterscheidung Mord / Hinrichtung ist unsachlich und emotionalisiert. Wer das eine tierisch findet und das andere liebenswert, ist nicht sehr sachlich. Der Mörder ist jemand, der ohne Not jemanden tötet, weil er es für richtig hält. Wenn ihm der Staat beipflichtet, ist es eine Hinrichtung. Ansonsten ist es Mord. Die Frage ist doch, trauen Sie dem Staat zu, sich nicht zu irren? Ich nicht. Ich möchte, dass Menschen die Chance behalten, rehabilitiert zu werden. Ich möchte, dass der Staat sich zu Menschenrechten bekennt, die einem nicht genommen werden können, wie Herr "R" fordert. Damit ist allen Menschen gedient, nicht nur den Opfern - die von einer Hinrichtung oft keine Linderung haben. Das beliebte Argument "wir wollen nur Leute hinrichten, die zu dumm waren, Zweifel aufkommen zu lassen" ist schlichtweg naiv.

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Wolfgang Hebold (hebold) - 29.03.2012 13:17 Uhr

Sachlichkeit

Werter Herr Bethe,

es wäre schön, wenn diese Diskussion sachlich geführt würde. Ein Vergleich der Todesstrafe mit einem Mord gehört ganz sicher nicht dazu. Dazu gehören aber sachliche Informationen. Insbesondere jedoch korrekte Informationen. Und die "immense Zahl von unschuldigen Opfern", von der Sie sprechen, ist definitiv ein Gespinst; ebenso die Dunkelziffer. Tatsächlich sind es einige seltene Fälle. Um diese zu verhindern, kann man die Strafe den absolut sicheren Fälle vorbehalten. Wie den vorliegenden in Japan. Breivik wäre ein anderes Beispiel.

Wolfgang Hebold

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Peter Slater

"Herr Bethe" in Grossbritannien werden Schwerstverbrechen und Terroristen "belohnt" ...

... anstatt, das diese mit harter Arbeit bestraft werden oder mit dem Tod bedroht werden. Unglucksfalle wird es in Sachen von Todesurteile immer geben, jedoch sind diese prozentual Minimal und Sie vergessen auch, dass das europaische Gerichtshof fur Menschenrechte es immer wieder versaumt, das Schwerstverbrecher und Terroristen nicht ernsthaft bestraft werden konnen, weil denen Menschenrechte erster Klasse versprochen wird und genau deswegen sind die Gefangnisse in Grossbritannien uberfullt, weil es sich dort "besser" leben lasst als von der staatlichen Stutze zu leben und der Staat bzw Strassburg denen Gym, Playstation, beste medizinische Versorgung usw ermoglicht, das dem Rentner, dem Krankenpfleger, der Verkauferin garnicht finanziell moglich ist. Wissen Sie, wenn ich ein Schwerstverbrecher, Terroristen im Hause hatte, dann wurde die Justiz den Tater zum Opfer machen und dieser kame davon, sondern wurde alles daran setzen, das meine Familie unbehelligt bleibt.

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Alexander Rady
Alex R (AlexRabu) - 29.03.2012 13:04 Uhr

Unbegründete Kritik eines Gutmenschen

Ich bezog meine Aussage auf die Todesstrafe allgemein. Natürlich bedarf es bei einer solch harten Strafe einer absoluten Gewissheit der Schuld des Täters. Außerdem, nur weil Fehler möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich sind, darf man eine bestimmte Strafe nicht gleich abschaffen. Auch unschuldige sitzen Lebenslang hinter Gittern ohne Aussicht auf Freilassung; wo liegt der Unterschied? Dass diese Menschen "leben"? Fehler sollten eher zur Verbesserung der Beweisführung beitragen als zur Abschaffung zB einer Strafe. Sieht man im Übrigen häufig in der Gutmenschengesellschaft; ist etwas fehlerbehaftet und (ggf. allgemein) nicht sehr beliebt, neigt man dazu, es abzuschaffen, anstatt zu verbessern (Stichwort Atomkraft). Zu Ihrem Stichwort Selbstjustiz; dies wird im Verfahren gewürdigt und generell bekommt sojemand nicht die Todesstrafe, außer er löscht die Familie des Schädigers aus, aber dann ist er nicht viel besser als der Schädiger... Abwägung im Einzelfall! Ihre Kritik ist unbegründet

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Hans Bethe
Hans Bethe (hbethe) - 29.03.2012 12:24 Uhr

Nur leider übersehen Sie...

... (wie alle, die sich entweder als Hardliner oder als Kämpfer für Opferrechte gefallen), dass die Todesstrafe selbst immense Zahlen an unschuldigen Opfern fordert (und diese beinhalten nur erwiesene Unschuld und erwiesene Verfahrensfehler, die Dunkelziffer kann man nur erahnen). Sie übersehen auch den demoralisierenden Effekt. Wenn der Staat morden darf, warum nicht auch Selbstjustiz? Haben die Mörder vielleicht Selbstjustiz geübt? Falls ja, was macht sie zu Tieren, während Sie den Staat dafür "lieben"? Die Spielregeln?

Rache zu wollen ist verständlich, aber eines modernen Staates unwürdig. Es dient dem Wohl aller Menschen, dass Menschenrechte nicht gegeben und genommen werden können (so wie Sie das tun). Jeder hat sie. Haben Sie sich mit den Fällen beschäftigt, bevor Sie ihre Hinrichtung befürworteten? Sehen Sie: So schnell fällt man ein leichtfertiges Urteil. Ein Besuch in Japan dürfte Ihren Horizont erweitern. Die Todesstrafe hat dieses Land nicht zum Paradis gemacht.

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