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Trumps Treffen mit Kim : „Der Krieg wird bald enden“

  • Aktualisiert am

Hat offenbar auf alles eine Antwort: Donald Trump bei seiner Pressekonferenz in Singapur. Bild: EPA

Trump und Kim verständigen sich in Singapur auf die vollständige Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel. An den Sanktionen gegen Pjöngjang hält Amerikas Präsident jedoch fest – bis Kims Atomwaffen „keine Größe mehr“ seien.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat nach seinem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un einen baldigen Friedensschluss in Korea in Aussicht gestellt. „Der Krieg ist seit 70 Jahren nicht beendet, aber er wird bald enden“, sagte Trump am Dienstag in Singapur. „Die Vergangenheit muss nicht die Zukunft definieren“, so der amerikanische Präsident. Der Nordkorea-Konflikt müsse nicht zu einem Krieg in der Zukunft führen. „Gegner können zu Freunden werden“, sagte Trump. Die Sanktionen gegen Nordkorea sollten aber zunächst in Kraft bleiben, sagte der amerikanische Präsident. Er werde die Strafmaßnahmen aufheben, sobald Nordkoreas Atomwaffen „keine Größe mehr“ seien.

          Trump kündigte zudem an, Kim „zu einem angemessenen Zeitpunkt“ nach Washington einzuladen. Der nordkoreanische Staatsführer habe sich zu einem Besuch in den Vereinigten Staaten bereit erklärt. Der amerikanische Präsident deutete aber an, dass es noch einige Zeit dauern könnte: „Wir wollen den Weg noch ein bisschen weitergehen.“ Umgekehrt kann sich Trump auch vorstellen, „zu einem bestimmten Zeitpunkt“ selbst Pjöngjang zu besuchen.

          Nie zuvor hat ein amtierender amerikanischer Präsident das abgeschottete Land besucht. Allerdings waren die ehemaligen amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter 1994 und Bill Clinton 2009 schon zu heiklen Vermittlungsmissionen in Nordkorea. Die ranghöchsten amerikanischen Vertreter, die Pjöngjang besucht haben, waren zuletzt Außenminister Mike Pompeo zur Vorbereitung des Gipfels sowie 2000 die frühere Außenministerin Madeleine Albright, die mit Kims Vater Kim Jong-il zusammengetroffen war.

          Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte sich zuvor zu einer kompletten atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel bereiterklärt. In dem gemeinsam mit Präsident Trump am Dienstag in Singapur unterzeichneten Gipfeldokument erklärt er sein „festes und unerschütterliches Bekenntnis“ zu einer umfassenden atomaren Abrüstung. Im Gegenzug sichert Trump Sicherheitsgarantien zu.

          Allerdings fehlt in dem Dokument zunächst jede zeitliche Festlegung. An einer anderen Stelle des Textes heißt es, Kim werde im Sinne der gemeinsam mit Südkorea erreichten Erklärung von Panmunjom auf die atomare Abrüstung „hinarbeiten“. Die Vereinigten Staaten und Nordkorea wollen weiter auf eine „anhaltende und stabile“ Friedenslösung für die koreanische Halbinsel hinarbeiten. Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo soll baldmöglichst mit einem ranghohen Vertreter zusammenkommen, um mit der Umsetzung der Gipfelergebnisse zu beginnen. Die Beziehungen beider Länder sollen auf eine neue Basis gestellt werden, heißt es in der Erklärung.

          Trump und Kim hatten nach einem vierstündigen Gipfel in Singapur ihre Unterschriften unter das Dokument gesetzt. „Die Welt wird große Veränderungen sehen“, sagte Kim bei der Unterzeichnung. Trump erklärte, die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel solle „schnell, sehr schnell beginnen“.

          Er sei sehr stolz darauf, was am Dienstag geschehen sei, sagte Trump. „Wir hatten einen phantastischen Tag“, sagte Trump nach der Unterzeichnung bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kim. Auf die Frage, ob er Kim ins Weiße Haus nach Washington einladen werde, antwortete Trump: „Absolut, das werde ich.“ Man werde sich noch viele Male treffen. Trump sagte weiter, Kim sei eine „großartige Persönlichkeit und sehr smart. Gute Kombination“. Man werde sich um ein sehr gefährliches Problem der Welt kümmern, fügte er hinzu. Die gesamte Beziehung zu Nordkorea werde sehr, sehr anders sein im Vergleich zur Vergangenheit. Auch Kim sprach von einem „historischen Treffen“ und gelobte, „die Vergangenheit zurücklassen“ zu wollen.

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