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Treffen mit amerikanischen Juden Der Papst bittet um Vergebung für den Holocaust

12.02.2009 ·  Nach der Kritik an seinen jüngsten Entscheidungen ist der Papst bei Treffen mit amerikanischen Juden um Versöhnung bemüht. Derweil vermutete der Generalobere der Pius-Bruderschaft, Bernard Fellay, ein Komplott progressiver Kräfte im Vatikan.

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Um „Vergebung“ für das Verhalten all jener, die in der Geschichte unsägliches Leid über das jüdische Volk gebracht hätten, hat Benedikt XVI. am Donnerstag bei einem Treffen mit führenden Vertretern der amerikanischen Juden gebeten.

Zugleich bekräftigte der Papst - auch im Hinblick auf die Empörung über die Wiederaufnahme des Traditionalisten-Bischofs und Holocaust-Revisionisten Williamson in die Kirche - die Notwendigkeit, den Völkermord an den Juden nie zu vergessen: „Die Schoa war ein Verbrechen gegen Gott und die Menschheit. Dies sollte jedem klar sein. Es steht außer Frage, dass jede Leugnung oder Relativierung dieses schrecklichen Verbrechens untragbar und gänzlich unannehmbar ist.“ So habe er „jedes Vergessen, Leugnung oder Revision der Schoa“ öffentlich am 28. Januar verurteilt, sagte Benedikt.

Papst spricht von „meinen jüdischen Freunden“

Der Papst erinnerte in der Audienz für die Mitglieder der „Konferenz der Präsidenten der großen jüdisch-amerikanischen Organisationen“ an die wichtigen Schritte im Verhältnis der katholischen Kirche unter seiner Führung mit den Juden. Benedikt sprach von den Begegnungen „mit meinen jüdischen Freunden“ in den Vereinigten Staaten im April des vergangenen Jahres und auch in der Synagoge zu Köln im August 2005. Dabei habe er bei seinem Besuch in Washington und New York schon einige der Anwesenden kennengelernt.

Benedikt berief sich auf seine Worte über den Holocaust Ende Mai 2006 im Konzentrationslager Auschwitz und auch auf seinen Vorgänger, Johannes Paul II., der den Dialog zwischen Kirche und Synagoge entscheidend für alle Katholiken vorangebracht habe. Es sei selbstverständlich, dass die katholische Kirche unumstößlich alle Formen von Antisemitismus ablehne. In der Geschichte habe es auch schwierige Phasen im Verhältnis zwischen Kirche und Juden gegeben. Doch wie in jeder Familie werde man auch jetzt die Probleme lösen.

Vorbereitungen auf Reise ins Heilige Land

Zugleich bestätigte Benedikt, dass er sich auf eine Israel-Reise vorbereite, „in jenes Land, das Juden und Christen heilig“ sei. Die Visite, der ein Besuch heiliger Stätten in Jordanien vorausgeht, ist für Mitte Mai geplant. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem begrüßte die Verurteilung jeglicher Holocaust-Leugnung durch den Papst. Der Vorsitzende der Gedenkstätte, Avner Shalev, sagte, man sei sicher, dass Benedikt diese Botschaft während seiner Israel-Reise bei einem Besuch in Yad Vashem bekräftigen werde.

Derweil vermutete der Generalobere der Pius-Bruderschaft, Bernard Fellay, ein Komplott progressiver Kräfte im Vatikan. Das Zusammentreffen der Aufhebung der Exkommunikation der vier Traditionalisten-Bischöfe und der Ausstrahlung des Interviews mit Williamson im schwedischen Fernsehen könne kein Zufall sein. In Rom gebe es eine Koalition von Linken und Progressiven, die sich der unglücklichen Äußerungen Williamsons bediene.

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