Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki hat die Sicherheitskräfte seines Landes am Sonntag zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Das Land befinde sich noch immer „im Kreislauf der Gefahr“. Es gebe weiterhin Aufständische und Terroristen, die die Stabilität des Iraks zu untergraben versuchten, sagte Maliki. In den vergangenen Wochen hatte die irakische Regierung 615 Personen festnehmen lassen, die nach ihrer Darlegung ehemalige Mitglieder der Baath-Partei des früheren Diktators Saddam Hussein waren und einen Umsturz geplant haben.
Bei Bombenanschlägen auf einem Markt wurden am Sonntag acht Personen getötet und 19 weitere verletzt. Nach Angaben der Polizei detonierten auf dem Schordscha-Markt drei Sprengsätze. Der Anschlag traf Händler und Kunden auf dem zu Beginn des viertägigen Opferfestes Eid al Ada besonders belebten Marktes. Für die irakischen Schiiten beginnt das Fest an diesem Montag, die Sunniten feiern schon seit Sonntag. Die Gewalt im Irak hat zwar seit der amerikanischen Truppenverstärkung von Anfang 2007 stark abgenommen, es kommt aber noch immer zu zahlreichen Bombenanschlägen.
Wie amerikanische Medien am Sonntag unter Berufung auf ranghohe amerikanische und irakische Regierungsmitarbeiter berichteten, befürchten Washington und Bagdad ein Wiedererstarken des Terrornetzes Al Qaida in Mesopotamien, wenn die amerikanischen Truppen wie geplant zum Jahresende aus dem Irak abgezogen werden. Präsident Obama hatte vor gut zwei Wochen verfügt, dass nach fast neun Jahren Krieg im Irak alle derzeit noch verbliebenen etwa 33,000 amerikanischen Soldaten bis Ende 2011 abziehen sollen. Von 2012 an sollen nur noch einige Dutzend Soldaten des Marinekorps die amerikanische Botschaft bewachen, zudem sollen private Sicherheitsunternehmen die Botschaftsmitarbeiter schützen.
Zwar ist nach Erkenntnissen der amerikanischen Dienste Al Qaida im Irak durch militärische Schläge und jüngst durch die Tötung zweier ihrer Führer geschwächt. Das Terrornetz zeige sich jedoch überraschend widerstands- und anpassungsfähig, berichtete die Tageszeitung „New York Times“ in ihrer Sonntagsausgabe. Der irakische Ableger des Terrornetzes habe seine Taktik geändert und greife jetzt gezielt kleine Gruppen irakischer Sicherheitskräfte an. In dem Sicherheitsvakuum nach dem amerikanischen Abzug sollten so ethnische und religiöse Konflikte wieder entfacht werden.
Obwohl die üblichen Nachschubkanäle für Waffen und ausländische Kämpfer von Syrien aus unterbrochen sind verübt Al Qaida in Mesopotamien nach Erkenntnissen amerikanischer Geheimdienste weiterhin gut 30 kleinere Anschläge pro Woche. Demnach ist die Terrororganisation auch in der Lage, alle vier bis sechs Wochen einen größeren Anschlag zu verüben. Zudem habe das Terrornetz seine Bemühungen verstärkt, Iraker für Selbstmordkommandos anzuwerben.
mission failed
thomas saalfeld (willard5)
- 07.11.2011, 08:42 Uhr
