23.06.2010 · Wenige Tage vor dem Beginn des G-20-Gipfels in Toronto hat die kanadische Polizei einen Mann festgenommen, der einen Anschlag auf das Treffen geplant haben soll. Der Verdächtige soll Sprengstoff und Waffen besessen haben.
Die kanadische Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen, der einen Anschlag auf den G-20-Gipfel in Toronto geplant haben soll. Der 37 Jahre alte Byron S. sei bei einer Razzia in einem Haus im Zentrum von Toronto festgenommen worden, teilte die für die Sicherheit des Gipfeltreffens zuständige Polizeieinheit ISU mit. Der Einsatzort sei nur wenige Kilometer vom Veranstaltungsort des Gipfels entfernt gewesen.
Die mutmaßlichen Anschlagspläne hingen nach Informationen der Ermittler mit den Gipfeltreffen der G-8 am Freitag und der G-20 am Samstag und Sonntag zusammen, sagte ISU-Sprecher Tim Burrows. Dem Verdächtigen werde unter anderem der Besitz von Sprengstoff und gefährlicher Waffen zur Last gelegt.
Die Vorwürfe gegen den Verdächtigen seien „sehr ernst“, sagte der Sprecher. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, derzeit bestehe aber keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Der Verdächtige sollte noch am Mittwoch einem Gericht vorgeführt werden. Nach Angaben von lokalen Medien waren bei der Razzia, die schon am Dienstag stattfand, mehr als 50 Beamte im Einsatz.
Für die Sicherheitsvorkehrungen der beiden Gipfel ist eine Summe von 760 Millionen Euro vorgesehen. Etwa 20.000 Sicherheitskräfte werden zum Schutz der Gipfelgäste im Einsatz sein. Die Staats- und Regierungschefs wollen in Toronto vor allem über die weltweite Wirtschaftskrise diskutieren. Die Europäer haben angekündigt, sich für einen weltweiten Sparkurs einzusetzen. Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte die anderen Industrienationen unterdessen vor übertriebenem Sparen gewarnt, um nicht die Erholung der Weltwirtschaft zu gefährden.