20.03.2012 · Millionen Franzosen haben mit einer Schweigeminute der Opfer der tödlichen Schüsse vor einer jüdischen Schule in Toulouse gedacht. Dort herrscht höchste Terroralarmstufe. Die Fahnder gehen von einem Einzeltäter aus, im Fokus bleibt ein früherer Soldat.
Von Michaela Wiegel. ParisRichtlinien für Lesermeinungen
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Es ekelt an, wie mit Kindern als tatsächlichen oder potenziellen Mordopfern abwägend Interessenpolitik gemacht wird. Wer das tut, gleich ob Moslem, Jude, Christ oder Gottloser, setzt sich in den Verdacht, Rassist zu sein. Das Abwägen des "Opferwerts" ist pervers und macht alle Abwäger zu Menschenfeinden, ob Gottloser, Christ, Jude oder Moslem. Das gilt für die hauptberuflichen Aufjauler im Judentum, im Islam oder bei den "sonstigen Verdächtigen" wie auch für Frau Ashton gleichermaßen. Letztere sollte indes wegen mangelnder Eignung von ihrem Diplomatenposten abgelöst werden.
Man kann das Risiko solcher Anschläge minimieren,
indem
1. man sich auf der Welt möglichst wenig Feinde macht (@D-Land:
Geld verschenken aber nicht verleihen).
2. Eine integrierte Gesellschaft mit wenigen Spannungen und ohne
Parallelgesellschaften mit Priorität anstrebt.
3. Religion aus dem öffentlichen Leben verband.
Wo sind solche Taten wahrscheinlich, wo weniger: Deutschland,
Frankreich, Niederlande, Italien, Schweiz, Dänemark, Schweden,
Österreich und auch Finnland?
Wie auch immer Norwegen motiviert war, der Anschlag in Norwegen erfolgte
nicht auf eine Ethnie und auch nicht auf eine Religion. Der Anschlag
dort hat deshalb nur minimalste Auswirkungen auf das Spannungspotienal
zwischen Ethnien, Gruppen oder Religionen des Landes Norwegen.
Peinlich, aber kein Anlass für Staatsaffäre
Bei allem Respekt, aber das, was unsere "Außenbeauftragte" Lady Ashton da nach der Tragödie von Toulouse von sich gegeben hat, ist einfach nur selten dämlich und sollte möglichst schnell vergessen werden. Peinlichkeiten dieser Art fallen auf alle zurück, die sie ernst nehmen und daraus eine Staatsaffäre machen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.03.2012 05:40 UhrSo einfach ist das nicht
Die Dame ist nicht irgendwer, sondern ein offizieller Repräsentant
der EU. Also soll man generell nicht ernstnehmen, was EU-Beauftragte
von sich geben? Mir scheint dass da ein Problem unter den Teppich
gekehrt werden soll.
Die Tat ist erschreckend und wird hoffentlich bald von den
französischen Behörden aufgeklärt.
Die Spekulationen über das Tätermotiv von Herr Nonnenmacher
halte ich für vollkommen unangemessen. Man sollte sich tunlichst
vor Schlussfolgerungen hüten, die auf spekulativen Prämissen beruhen.
erinnert das nicht an den Terroralarm vor Bundestagswahl hierzulande?
Den Gedanken möchte ich hier gerne mal zur Diskusion stellen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.03.2012 21:47 UhrDie zeitliche Nähe vermeintlicher Terrorakte zu Wahlen
macht halt stutzig. Ob die wahren Motive des ziemlich 'professionell'
handelnden Täters jemals herauskommen? Ich glaube es nicht, denn
der wird m.E. nicht lebendig gefasst werden.
.
Für Sarkozy ist klar, das der Wahlausgang keinesfalls sicher ist.
Jedenfalls weiss er die Situation für sich zu nutzen.
Der feine Unterschied zwischen Alarm und Wirklichkeit
Was auch immer unsere Bundesregierung mit dem Terroralarm vor der
Bundestagswahl zu tun hatte, ob sie wirklich auf wahrhafte Gefahren
reagierte, oder Anderes im Sinn hatte, sei dahingestellt. In Frankreich
ist der Zeitpunkt zwar durchaus merkwürdig und kommt Sarkozy sogar
zu Gute, dennoch denke ich nicht, dass die Terroralarmstufe
übertrieben ist.
Man muss bedenken, dass dort ein Serientäter mit der wahrhaftigen
Absicht weiter zu töten herumläuft und die Erhöhung der
Alarmstufen sowie das erhöhte Sicherheitsaufkommen haben doch
zumindest schonmal Abschreckungseffekte - ob sie effektiv sind oder es
sich tatsächlich um Terror handelt, kann man später noch
ermitteln. Die Alarmstufe hat den Sinn sich auf weitere Attentate
vorzubereiten und besser gegen sie gewappnet zu sein und in der
momentanen Situation ist das nur sinnvoll, denn hier liegt nicht nur
eine Befürchtung, sondern eine wahrhaftige Attentatsreihe vor.