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Tod vergewaltigter Studentin Zahlreiche Silvesterfeiern in Indien abgesagt

In Indien sind nach dem Tod einer vergewaltigten Studentin zahlreiche Silvesterfeiern abgesagt worden. Auch das Militär strich alle geplanten Feierlichkeiten.

© REUTERS „2013 keine Vergewaltigungen“ – eine Studentin betet während einer Mahnwache für die nach einer Vergewaltigung gestorbene Studentin.

Nach dem Tod der vergewaltigten Inderin haben große Traditionsclubs in der Hauptstadt Neu Delhi ihre Silvesterpartys abgesagt. „Unsere Mitglieder glauben, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für eine laute Feier ist“, sagte der Vorsitzende des 7000 Mitglieder starken Vasant-Vihar-Clubs, Sudhir Mittal, am Montag. Stattdessen sollte am Abend in Gedenken an das 23 Jahre alte Opfer eine Kerzenmahnwache abgehalten werden.

Der ebenso große, 99 Jahre alte Gymkhana-Club strich seine traditionelle Silvesterparty ebenfalls. Dort treten zum Jahresende normalerweise Bollywood-Stars auf. Man trauere gemeinsam mit dem Rest des Landes um die junge Frau, die am Samstag an ihren Verletzungen gestorben war, sagte Club-Chef O.P. Malhotra. Die Mitglieder seien stattdessen eingeladen, an einer Kerzenmahnwache teilzunehmen.

Auch das staatliche Ashok Hotel sagte seine Silvesterparty ab. Die „Economic Times“ berichtete, bei privaten Hotels seien Buchungen für Partys zurückgegangen, weil den Menschen nach dem furchtbaren Verbrechen nicht nach Feiern zumute sei. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sagte die indische Armee alle geplanten Feiern ab, um „den letzten Tag des Jahres dem Opfer der Gruppenvergewaltigung zu widmen“. Auch Hotels und Bars fuhren ihr Silvesterprogramm zurück.

„Wir wollen die Angeklagten hängen sehen“

Die 23 Jahre alte Studentin war am 16. Dezember in einem Bus in Neu Delhi von mehreren Männern brutal vergewaltigt und misshandelt worden. Auch ihr Freund wurde schwer verletzt. Beide Opfer wurden anschließend aus dem fahrenden Bus geworfen. Am Samstag erlag die junge Frau in dem Krankenhaus in Singapur ihren Verletzungen, am Sonntag wurde sie in Neu Delhi eingeäschert.

Nach dem Tod der von sechs Männern vergewaltigten Inderin hat die Familie des Opfers die Todesstrafe für die Täter gefordert. „Wir wollen alle Angeklagten hängen sehen, und wir werden dafür kämpfen bis zum Ende“, sagte der Bruder der verstorbenen Frau der Zeitung „Indian Express“ vom Montag. Sechs Männer sind für die Tat wegen Mordes angeklagt. In Indien gibt es die Todesstrafe, sie wird aber nur selten vollstreckt. Nach Polizeiangaben sind die Ermittlungen beinahe abgeschlossen. Die Beamten warteten derzeit noch auf den forensischen Bericht der Ärzte aus Singapur. Anschließend werde ein Gericht entscheiden, wann es zum Prozess komme.

Das Verbrechen an der Studentin löste in Indien eine Diskussion über sexuelle Gewalt gegen Frauen aus und führte zu heftigen Protesten. Auch am Montag versammelten sich rund 400 Studenten in Neu Delhi, um einen besseren Schutz von Frauen sowie härtere Strafen für Täter zu fordern.

Vor dem Hintergrund der Proteste gab Regierungschef Manmohan Singh eine Neubewertung der Strafen für Sexualverbrechen in Auftrag. Medienberichten vom Montag zufolge könnte Singhs Kongresspartei ein Strafmaß von 30 Jahren Haft sowie eine chemische Kastration für Vergewaltiger vorschlagen. Der Familie der Studentin sagte die Regierung eine Entschädigung von 1,5 Millionen Rupien (20.000 Euro) zu.

Quelle: DPA/AFP

 
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