12.04.2010 · Thailands bislang der Regierung loyaler Armeechef ist von Regierungschef Abhisit Vejjajiva abgerückt, nachdem am Wochenende 21 Menschen von Sicherheitskräften getötet worden waren. Ohne politische Lösung „müssen wir wohl das Parlament auflösen“, sagte General Paochinda.
Nach dem blutigen Wochenende mit 21 Toten in Bangkok ist Thailands bislang loyaler Armeechef am Montag von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva abgerückt. „Wenn wir keine politische Lösung in diesem Konflikt finden, müssen wir wohl das Parlament auflösen“, sagte General Anupong Paochinda im Fernsehen.
Damit würde die Forderung der regierungsfeindlichen Rothemden erfüllt, die seit vier Wochen in Bangkok protestieren. Abhisit hat das bislang verweigert. „Die Regierung, das Militär und die Polizei sind immer noch geeint“, sagte er am Montag. Er machte „Terroristen“ für die Gewalt am Samstag verantwortlich, die die Reihen der Demonstranten unterwandert hätten.
Rothemden halten derzeit das Geschäftsviertel besetzt
Die lange friedlichen Proteste waren am Samstagabend dramatisch eskaliert, als Armee und Polizei versuchten, die Protestaktionen zu beenden. Sie zielten mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen auf die Oppositionellen, die aber nicht zurückwichen. Mit ihrer Übermacht trieben sie die Sicherheitskräfte in die Flucht. Die Soldaten ließen in der Innenstadt Panzer und Mannschaftswagen zurück, die die Rothemden plünderten. Unter den Toten waren fünf Soldaten und 16 Zivilisten, mehr als 850 Menschen wurden verletzt.
Der massive Militär- und Polizeieinsatz hat sein Ziel offenbar verfehlt. Die Rothemden hielten am Montag wie vor dem Wochenende eine strategische Brücke und ein Geschäftsviertel besetzt. Am Montag zogen sie mit den Särgen von zwei Mitstreitern durch die Straßen und verunglimpften Abhisit als Tyrannen. Die meisten sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Sie wollen Neuwahlen so schnell wie möglich. Die Machtbasis des ins Exil geflüchteten Milliardärs ist vor allem die arme Bevölkerung im Nordosten des Landes. Beobachter gehen davon aus, dass seine Parteigänger eine Wahl gewinnen würden.