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Terrorprozess in Madrid Die Hauptverdächtigen bestreiten ihre Schuld

16.02.2007 ·  Die beiden mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge in Madrid wandten am zweiten Prozesstag die gleiche Strategie an wie am Vortag der erste Angeklagte: Sie verweigerten alle Aussagen gegenüber der Staatsanwaltschaft.

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Auch Youssef Belhadj und Hassan el Haski, die beiden weiteren als „Hauptdrahtzieher“ der Attentate vom 11. März 2004 geltenden Angeklagten, haben am Freitag alle Beschuldigungen zurückgewiesen. Die beiden 31 beziehungsweise 41 Jahre alten Marokkaner wandten am zweiten Prozesstag in Madrid die gleiche Strategie an wie am Vortag der erste Angeklagte, der Ägypter Rabei Osman: Sie verweigerten alle Aussagen gegenüber der Staatsanwaltschaft, hörten mit unbewegten Gesichtern deren Fragen an und antworteten nur ihren Verteidigern.

Im Gegensatz dazu erklärte sich am Nachmittag der erste als „direkter Attentäter“ angeklagte Marokkaner Jamal Zougam (unser Bild) zur Aussage bereit. Er bestritt aber auch jegliche Verbindung mit den Attentaten. Auf den Hinweis, dass ihn vier Zeugen in den „Todeszügen“ erkannt hätten, erwiderte er, das sei „unmöglich, weil ich nicht dort war, sondern zu Hause geschlafen habe“. Die Polizei hatte Zougam zwei Tage nach dem Verbrechen festgenommen. Auf seine Spur führte angeblich die Karte eines Mobiltelefons in einem der Sprengstoffrucksäcke, welcher nicht explodiert war.

„Ich spreche nicht einmal Spanisch“

Belhadj ist nach Ansicht der spanischen Polizei der Mann, der sowohl das genaue Datum für den Anschlag an die ausführenden Terroristen übermittelte als auch später das erste „Bekennervideo“ produzierte. Er bestritt, der sich darauf so bezeichnende „Sprecher von Al Qaida in Europa“ zu sein oder den Anführer der internationalen Terrororganisation Bin Ladin zu kennen. So wie Rabei Osman und später el Haski verurteilte auch er das Madrider Massaker.

Prozessauftakt in Madrid

Belhadj bestritt, den Ägypter oder seinen Landsmann el Haski überhaupt zu kennen. Der Letztgenannte, der im Dezember 2004 auf den Kanarischen Inseln festgenommen wurde, gilt als europäischer Anführer der sogenannten Marokkanischen Islamischen Kampfgruppe, die sich der Terroranschläge von Casablanca im Jahr 2003 bezichtigt hat. Belhadj gab zu, dreimal in den vergangenen Jahren nach Spanien gereist zu sein. Er habe dort seine Schwester besucht und vergeblich eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt. Belhadj, den die Polizei durch Telefonanrufe sowohl mit el Haski als auch anderen Madrider Angeklagten in Verbindung bringt, soll im Februar 2004 in der spanischen Hauptstadt mit die letzten Einzelheiten der Attentate festgelegt haben. Er wurde fünf Tage danach am 19. März in Brüssel, wo er zusammen mit anderen verdächtigen Mitgliedern der Marokkanischen Kampfgruppe wohnte, festgenommen und schließlich nach Spanien ausgeliefert.

Die spanische Polizei hält Belhadj für den Mann, der unter dem Namen Abu Dujanah al Afgani den Anschlag mittels einer Videoaufzeichnung rechtfertigte, die am Vorabend der spanischen Wahlen vom 14. März nach einem telefonischen Hinweis in einem Papierkorb nahe der großen Madrider Moschee gefunden wurde. Belastet wird er offenbar auch von zwei Neffen, die ebenfalls wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation angeklagt sind und bei ihrem Onkel große Geldsummen „für den Heiligen Krieg in Afghanistan“ gesehen haben wollen. El Haski, der mehrere Jahre lang islamische Theologie studierte, wurde am Freitag im Gericht nur einmal lebhaft, als er gefragt wurde, ob er eine Rolle in der Marokkanischen Kampfgruppe gespielt habe. Er sagte, diese „existiert nicht“ und erwiderte dann auf die Frage, ob er irgendeine Beziehung mit der baskischen Terrororganisation Eta gehabt habe, er spreche doch „nicht einmal Spanisch“.

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