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Terrorprozess in Madrid 38.000 Jahre Haft für die Attentäter?

15.02.2007 ·  Am 11. März 2004 wurden bei den Anschlägen in Madrid 191 Personen getötet und mehr als 1800 verletzt. Den sieben Hauptverdächtigen drohen nun wegen Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung jeweils mehr als 38.000 Jahre Haft.

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Knapp drei Jahre nach den Bombenanschlägen in Madrid hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Attentäter begonnen. In einem mit Panzerglas abgetrennten Teil des Gerichtssaals wurden am Donnerstag 29 Angeklagte - zwanzig Araber und neun Spanier - vorgeführt.

Am 11. März 2004 waren 191 Personen getötet und mehr als 1800 verletzt worden, als zehn Bomben in Pendlerzügen explodierten. Den sieben Hauptverdächtigen drohen wegen Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung jeweils mehr als 38.000 Jahre Haft; in der Praxis beträgt die Haftzeit nach einer Verurteilung wegen Terrors im spanischen Recht höchstens 40 Jahre.

Zu Beginn des Terrorprozesses bezeichnete sich einer der mutmaßlichen Drahtzieher als unschuldig. Der 35 Jahre alte Ägypter Rabei Osman, der sich in abgehörten Telefongesprächen selbst als Schlüsselfigur bezeichnet hatte, bestritt zum Auftakt alle Vorwürfe und nahm dann mehrere Stunden lang sein Recht auf Aussageverweigerung in Anspruch.

Rabei Osman, der „Sprengstoff-Fachmann“?

Am Nachmittag erklärte er sich dann bereit, auf Fragen seines Rechtsanwalts zu antworten und beharrte darauf, dass er „nie eine Verbindung mit den Ereignissen in Madrid gehabt“ habe. Er habe auch niemanden angestiftet. Er charakterisierte sich als „praktizierenden Muslim“ und fügte hinzu: „Gott sei Dank, aber auf normale, nicht extreme Weise.“ Seine Religion sei eine Religion des Friedens. Daher verurteile er „uneingeschränkt“ sowohl das Madrider Attentat als auch die Anschläge von Islamisten in New York und London. Nach seinem Lebenslauf befragt, bestritt er ferner, jemals in der ägyptischen Armee als „Sprengstoff-Fachmann“ ausgebildet worden zu sein.

Die beiden nächsten Angeklagten, die von der Staatsanwaltschaft als angebliche Initiatoren des Attentats gehört werden sollen, sind die Marokkaner Youssef Belhadj und Hassan El Haski. Belhadj, der nach dem Verbrechen in Belgien festgenommen wurde, soll der „Sprecher“ von Al Qaida in Europa und zugleich die erste Person gewesen sein, die das Madrider Attentat im Namen der Terrororganisation rechtfertigte. El Haski wiederum ist nach Darstellung des Ermittlungsrichters Del Olmo ein „Anführer auf oberster Ebene“, der den Auftrag gehabt habe, eine „neue Struktur (der Organisation) für Europa“ zu schaffen.

Das Verfahren findet unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Zugleich wurde die Polizei in ganz Spanien für die Dauer der voraussichtlich fünfmonatigen Verhandlung in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Opfer und Angehörige, die im Gerichtssaal präsent waren, wurden von bereitstehenden Psychologen betreut.

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