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Terrorismus : Eta bittet Opfer um Verzeihung

Dezember 2006: Eta verübt einen Bombenanschlag auf den Flughafen von Madrid. Bild: AFP

„Es tut uns wirklich leid“: Zum ersten Mal bittet die Terrorgruppe Eta ihre Opfer um Entschuldigung. Die spanische Regierung sieht einen „Triumph der Demokratie“, Opferverbände nennen die Erklärung unzureichend.

          Die baskische Terrororganisation Eta hat erstmals in ihrer Geschichte ihre Opfer um Entschuldigung gebeten. „Es tut uns wirklich leid“, heißt es in einer Erklärung, die am Freitag in zwei Zeitungen veröffentlicht wurde.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Gruppe bittet ausdrücklich die Menschen um Verzeihung, die „nicht direkt am Konflikt beteiligt waren“. Eta bekunde allen Getöteten, Verletzten, Gefolterten und Geflohenen Respekt und übernehme die Verantwortung für den Schmerz, den die Gruppe verursacht habe. Die baskische Bevölkerung habe während des bewaffneten Kampfes „übermäßig gelitten“, heißt es in der Erklärung. Eta habe Fehler gemacht und bereue sie „zutiefst“.

          „Triumph der Demokratie“

          Es gab zwar schon früher erste Beileidsbekundungen. Aber so weit war Eta nie gegangen.

          Nach Ansicht der spanischen Regierung bedeutet die Entschuldigung einen weiteren „Triumph der Demokratie“. Opferverbände halten die jüngste Entschuldigung nicht für ausreichend.

          Am 5. Mai will Eta in Frankreich angeblich ihre endgültige Auflösung bekanntgeben. Der vor gut sechzig Jahren gegründeten Terrororganisation werden mehr als 800 Morde zugeschrieben; etwa 300 davon sind bis heute nicht aufgeklärt.

          Die spanische Regierung verlangt, dass sich Eta ohne Vorbedingungen auflöst. Sie ist zu Zugeständnissen nicht bereit. Sympathisanten der Gruppe fordern, alle Eta-Häftlinge in Gefängnisse im Baskenland zu verlegen. 260 von ihnen sind heute inhaftiert.

          Vor sieben Jahren hatte Eta das Ende des bewaffneten Kampfes verkündet. Vor einem Jahr legte die Gruppe mit der Unterstützung internationaler Beobachter die – nach ihren Angaben – letzten Waffenlager offen.

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