In einer neu aufgetauchten Tonaufnahme, die dem Terrorführer Usama bin Ladin zugeschrieben wird, wird der getötete Al-Qaida-Führer im Irak Abu Mussab al Zarqawi als Märtyrer gefeiert. „Der Löwe des Dschihads, Abu Mussab al Zarqawi, wurde bei einem amerikanischen Angriff getötet“, sagt eine Stimme in der am Freitag im Internet veröffentlichten Botschaft. „Wir hoffen, daß Gott ihn als Märtyrer aufnimmt.“
Aus amerikanischen Geheimdienstkreisen verlautete, die 19minütige Aufnahme werde geprüft. Es bestehe jedoch kein Grund, an ihrer Echtheit zu zweifeln. Sie sei Teil der Propaganda-Kampagne von Al Qaida und zugleich ein Versuch Bin Ladins zu zeigen, daß er noch von Bedeutung ist.
„Seien Sie nicht zu glücklich“
Sollte sich die Echtheit des Dokuments bestätigen, wäre das die vierte Tonaufnahme von Bin Ladin in diesem Jahr. Darin wurden die Vereinigten Staaten dazu aufgerufen, Zarqawis Leiche freizugeben, damit er von seiner Familie in Jordanien bestattet werden könne.
Trotz seines Todes werde der Kampf weitergehen, hieß es in einer direkt an Präsident George W. Bush gerichteten Passage: „Seien Sie nicht zu glücklich, die Fahne (von Al Qaida im Irak) wurde nicht fallengelassen, sondern ist von einem Löwen des Islams zum nächsten Löwen des Islams gegangen.“ Diese Passage bezieht sich auf Zarqawis Nachfolger Abu Hamsa al Muhadschir.
Die Aufständischen würden bis zu ihrem Sieg gegen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten kämpfen - im Irak, in Afghanistan, in Somalia und Sudan. In der Tonbotschaft wird auch der Tod vieler Iraker während der von Zarqawi geführten Kämpfe verteidigt: „Wer immer in den Schützengräben der Kreuzritter gegen Muslime kämpft, kann unabhängig von seiner Religion oder seinem Stamm getötet werden“. Zarqawi führte Al Qaida im Irak und war am 7. Juni bei einem amerikanischen Luftangriff nordöstlich von Bagdad getötet worden.
