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Terrorismus Bin Ladin droht Europa

20.03.2008 ·  Usama Bin Ladin hat in einer Online-Botschaft eine „Abrechnung“ mit Europa angekündigt. Der Abdruck der Mohammed-Karikaturen in manchen Zeitungen sei Teil eines neuen Kreuzzuges und verlange nach Rache, sagte der Al-Qaida-Führer in einer Audio-Botschaft.

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Der Führer des Terrornetzes Al Qaida, Usama Bin Ladin, hat angekündigt, den Abdruck angeblich gotteslästerlicher Mohammed-Karikaturen in Dänemark zu vergelten. Das sei der Inhalt einer neuen Botschaft des Terroristenführers, die am fünften Jahrestag des Irakkriegs veröffentlicht wurde, heißt es in einer Mitteilung des „Intel-Center“ vom Mittwochabend in Washington. Bin Ladin bezeichne die Karikaturen für Muslime demnach als beleidigender als die im Krieg getöteten Frauen und Kinder.

Das „Intel-Center“ ist spezialisiert auf die Beobachtung und Auswertung islamistischer Webseiten. Anti-Terror-Experten erklärten, die Authentizität der Aufnahme werde noch geprüft; sie passe aber zur Propaganda-Politik Al Qaidas.

Bin Ladin sieht „neuen Kreuzzug“ im Gange

Die fünf Minuten lange Audio-Botschaft richtet sich demnach an alle „Intelligenten“ in der Europäischen Union. Der Terroristenführer beschuldigt den Westen, angeführt vom Weißen Haus „gezielt unsere Dörfer zu bombardieren“. Doch selbst die Tragödie getöteter Frauen und Kinder „verblasst... gegen die Veröffentlichung dieser beleidigenden Zeichnungen“, betont der Islamistenführer. Dafür werde die „Abrechnung noch schwerer wiegen“, droht er unbestimmt. Bisher habe es von den 1,5 Milliarden Muslime in der Welt keine Reaktion gegeben. Die Zeichnungen seien im Rahmen eines „neuen Kreuzzugs“ veröffentlicht worden, in der der Papst eine große Rolle spiele.

Die Veröffentlichung fällt auf den Tag, der in der islamischen Welt als Geburtstag Mohammeds gilt und auf den fünften Jahrestag des Irak-Kriegs. Es ist offenbar die erste Botschaft Bin Ladins seit dem 29. November, als Al Qaida Europa zu einem Ende des Militäreinsatzes in Afghanistan aufgefordert hatte.

Dänische Zeitungen hatten Mitte Februar aus Protest gegen ein Mordkomplott von Muslimen eine umstrittene Mohammed-Karikatur des bedrohten Zeichners nachgedruckt. Fünf große Blätter, zehn kleinere und eine schwedische Zeitung hatten dabei abermals eines der Werke von Kurt Westergaard aus dem „Jyllands-Posten“ veröffentlicht, die im September 2005 in mehreren Ländern zu Unruhen mit Dutzenden Todesopfern geführt hatten.

Innenministerium: „Keine neue Gefahrenlage“

Nach der Erstveröffentlichung der Karikaturen waren drei dänische Botschaften angegriffen worden. Bei Unruhen im Nahen Osten, Afrika und Asien wurden mindestens 50 Menschen getötet. Bin Ladin wird in der schwer zugänglichen Gebirgsregion zwischen Afghanistan und Pakistan vermutet. Im vergangenen Jahr gab es Spekulationen, der Extremistenführer sei gestorben.

Das Bundesinnenministerium sieht nach den neuen Drohungen das Risiko von terroristischen Anschlägen nicht als erhöht an. „Nach erster Einschätzung ergibt sich keine neue Gefahrenlage“, sagte eine Sprecherin in Berlin. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe immer gesagt, dass Deutschland durch mögliche Anschläge islamistischer Terroristen gefährdet sei. „Für uns ist von besonderem Interesse, dass hier Deutschland nicht genannt wird“, sagte die Sprecherin.

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