05.01.2010 · Die amerikanische Botschaft in Jemen hat wieder geöffnet. Sie war wegen Sicherheitsbedenken zwei Tage geschlossen worden. Die jemenitische Regierung verstärkte unterdessen ihren Einsatz gegen mutmaßliche Terroristen.
Die amerikanische Botschaft im Jemen hat wieder geöffnet. Sie war wegen Sicherheitsbedenken zwei Tage geschlossen worden. Auf ihrer Internetseite teilte die diplomatische Vertretung in der Hauptstadt Sanaa mit, die Öffnung folge auf mehrere anti-terroristische Einsätze der jemenitischen Sicherheitskräfte im Norden der Hauptstadt, bei denen zwei mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzes Al Qaida getötet wurden.
Die britische Botschaft bleibt weiterhin geschlossen, andere Vertretungen ließen nur begrenzten Zugang zu. Al Qaida hatte die Verantwortung für den gescheiterten Anschlag auf ein amerikanisches Flugzeug am ersten Weihnachtstag übernommen und mehrfach Drohungen gegen westliche Einrichtungen im Jemen ausgesprochen. „Die Gefahr terroristischer Angriffe auf US-Einrichtungen bleibt erhöht“, heißt es auf der Internetseite der Botschaft. Alle amerikanischen Bürger im Jemen sollten „wachsam bleiben und Sicherheitsvorkehrungen treffen“.
Obama lädt Geheimdienstchefs ins Weiße Haus
Das jemenitische Innenministerium erklärte, innerhalb von zwei Tagen seien fünf Terroristen in der Hauptstadt Sanaa, der gleichnamigen Provinz und in Hodeida, im Westen des Landes, verhaftet worden. Mutmaßliche Terroristen würden „rund um die Uhr überwacht und verfolgt, täglich werden von ihnen genutzte Verstecke ausgehoben“. Das Ministerium betonte, Jemens Sicherheitskräfte seien voll und ganz in der Lage, die Sicherheit der ausländischen Vertretungen in Sanaa zu gewährleisten. „Alle Botschaften, diplomatische Vertretungen und ausländischen Firmen sind in Sicherheit und nicht von Terroristen bedroht“, hieß es in der Erklärung.
Nach dem vereitelten Anschlag überprüfen die Vereinigten Staaten sämtliche Listen mit Namen von Terrorverdächtigen. Wie ein Sprecher des Weißen Hauses mitteilte, werden alle Beobachtungslisten kontrolliert, auf denen Verdächtige vermerkt sind, die nicht an Bord eines amerikanischen Flugzeuges steigen dürfen. Unterdessen hat Präsident Barack Obama die Chefs mehrerer Geheimdienste zu Beratungen ins Weiße Haus einbestellt.
Es sei möglich, dass zuvor „tausende Namen“ von den Listen entfernt oder auf andere Listen übertragen worden seien, sagte Obamas Sprecher Bill Burton in Washington. Bei dem Krisentreffen mit den Geheimdienstchefs sollte unter anderem geklärt werden, warum gegen den verhinderten Attentäter Umar Farouk Abdulmutallab trotz Warnungen kein Flugverbot verhängt wurde.