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Terroranschläge Polizei in Bombay nimmt 20 Verdächtige fest

13.07.2006 ·  Die indische Polizei geht weiterhin davon aus, daß Kaschmir-Separatisten für die Bombenserie in Bombay verantwortlich sind. 20 Verdächtige wurden festgenommen. Pakistan wird als zu zurückhaltend im Kampf gegen den Terror kritisiert.

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Zwei Tage nach der Anschlagsserie mit bis zu 186 Toten in Bombay hat die Polizei rund 20 Menschen festgenommen. Drei Verdächtige, die sich an den Tatorten aufgehalten hätten, würden mit Phantombildern gesucht, sagte der Polizeichef der indischen Finanzmetropole am Donnerstag.

Während Fernsehsender und lokale Behördenvertreter die Anschläge als Tat von Kaschmir-Separatisten bezeichneten, forderten Regierungsmitglieder mehr Einsatz von Pakistan im Kampf gegen Extremisten. Der Friedensprozeß im geteilten Kaschmir sei in Gefahr. Die 17 Millionen Einwohner Bombays bemühten sich indes, zum Alltag zurückzukehren - Mißtrauen und Angst waren in der Metropole jedoch deutlich zu spüren. Binnen zehn Minuten waren am Dienstag in Bahnhöfen und Pendlerzügen sieben Sprengsätze explodiert.

Hunderte Verhöre

Insgesamt seien 250 bis 300 Menschen verhört worden, sagte der Polizeichef weiter. Die Behörden des Bundesstaats Maharashtra, dessen Hauptstadt Bombay ist, gründeten eine spezielle Kommission zur Ermittlung der Anschläge. Ein führender Politiker des Staates sagte, es zeichne sich eine substantielle Beteiligung der Gruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) ab. Die Gruppe operiert von Pakistan aus in Kaschmir. Der Chef der Anti-Terror-Einheit, K.P. Raghuvanshi, wollte LeT nicht direkt verantwortlich machen. „Wir haben jedoch einige Anzeichen, weil die Anschläge denen früherer LeT-Attacken ähneln“, fügte er indes hinzu.

Fernsehsender beriefen sich in ihren Berichten auf das Innenministerium. LeT habe die Anschläge gemeinsam mit der ihr verbundenen verbotenen Islamischen Studentenbewegung Indiens (SIMI) verübt, berichteten die Sender. Das indische Innenministerium lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

„Pakistan sollte mehr tun“

LeT hatte jede Verwicklung in die Bombenattentate, bei denen auch 700 Menschen verletzt wurden, bestritten und diese als“inhumane und barbarische Akte“ verurteilt. Die Gruppe wird von den Behörden für mehrere schwere Anschläge in der Vergangenheit verantwortlich gemacht. Bei einigen früheren Anschlägen bediente sie sich der Hilfe der SIMI.

Der Staatssekretär im Außenministerium, Anand Sharma, sagte, die Anschläge zeigten, daß islamistische Milizen weiterhin Basen in Pakistan unterhielten. „Es ist sehr wichtig, daß Pakistan aktiv am Kampf gegen den Terror teilnimmt. Die pakistanische Führung, Präsident Pervez Musharraf und andere müssen durch entsprechende Handlungen deutlich machen, daß sie sich diesem Kampf verschrieben haben.“ Die Regierung in Pakistan sollte sicherlich mehr tun, fügte Sharma hinzu. Indien beschuldigt Pakistan seit langem, islamistische Guerillas zu bewaffnen und in den indischen Teil Kaschmirs zu schicken. Dort sind seit Ausbruch eines Aufstands 1989 Zehntausende Menschen ums Leben gekommen.

Mißtrauen in der Stadt spürbar

In Bombay - in Indien Mumbai genannt - selbst drängten die Menschen wieder in die überfüllten Züge. Es ging hektisch und aggressiv zu wie eh und je - gepaart mit nervösen Blicken unter Sitzbänke und auf verdächtige Gepäckstücke. Die Bomben vom Dienstag waren auf Gepäckablagen plaziert worden und wurden der Polizei zufolge wohl mit elektrischen Zeitzündern zur Explosion gebracht.

Am Bahnhof Bombay übergab eine Menschenmenge vier junge Männer der Polizei, nachdem sie sich angeblich verdächtig verhalten hatten. Der Polizei zufolge versuchten die Männer, ihre Taschen fortzuwerfen, als sie von Mitreisenden angesprochen wurden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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