03.08.2005 · Im Zusammenhang mit den Anschlägen von London am 21. Juli ist gegen einen ersten Verdächtigen Anklage erhoben worden.
Im Zusammenhang mit den Anschlägen von London am 21. Juli ist gegen einen ersten Verdächtigen Anklage erhoben worden. Die Anklage sei auf Grundlage der Anti-Terror-Gesetzgebung erfolgt, teilte die Polizei am Mittwoch in der britischen Hauptstadt mit.
Der 23 Jahre alte Ismael Abdurahman werde beschuldigt, Informationen zurückgehalten zu haben, die zur Ergreifung der Attentäter hätten führen können. Bei den versuchten Anschlägen am 21. Juli war niemand getötet worden. Die Bomben waren nicht oder nur teilweise explodiert. Bei der Anschlagsserie zwei Wochen zuvor waren am 7.Juli 56 Menschen gestorben, unter ihnen vier Selbstmordattentäter.
Auslieferung beantragt
Großbritannien hat nach Angaben aus Justizkreisen die Auslieferung eines in Rom festgenommenen Mannes beantragt, der seine Beteiligung an der Londoner Anschlagserie vom 21. Juli gestanden hat. Der Antrag sei am Mittwoch bei einem italienischen Gericht eingangen, hieß es in Rom.
Polizeivertreter in Großbritannien rechneten damit, daß der 27 Jahre alte Hamdi Issac innerhalb der nächsten 90 Tage an die Briten übergeben werde. Ein zweiter, in Sambia verhafteter Mann soll schon bald nach Großbritannien ausgeliefert werden. Medienberichten zufolge war er an den früheren Anschlägen am 7. Juli beteiligt.
Frustrierte Fahnder
Der in Rom verhaftete Issac war Fahndern vergangene Woche ins Netz gegangen und hatte seine Verwicklung in die Anschläge auf Londoner U-Bahn-Züge und einen Bus am 21. Juli gestanden. Isaac - auch bekannt unter dem Namen Osman Hussein - hatte angedeutet, daß er gegen eine Ausweisung vorgehen werde. Die Attentate waren glimpflich verlaufen, weil die Bomben nicht zündeten.
Dem Gesetz zufolge müßte Italien den Mann nicht ausliefern, wenn er wegen gleicher Vorwürfe auch in Italien formell angeklagt würde. Zu Beginn der Woche hatte ein italienisches Gericht zwar die auch in Italien gegen Issac erhobenen Vorwürfe des Verstoßes gegen internationale Terrorgesetze und Besitzes von gefälschten Dokumenten bestätigt. Polizeivertreter in Großbritannien rechneten aber nicht mit einer Anklage.Britische Medien berichteten, die Fahnder seien frustriert, weil sie den Mann noch nicht verhören konnten.
Sambia kündigt Abschiebung an
Der in Sambia im Zusammenhang mit der ersten Londoner Anschlagserie festgenommene Terror-Verdächtige soll hingegen in Kürze ausgeliefert werden. „Wir werden ihn sehr bald abschieben“, sagte Sambias Präsident Levy Mwanawasa am Mittwoch.
Ein Vertreter Großbritanniens ging davon aus, daß der britische Staatsbürger noch im Laufe des Tages überstellt werde. Haroon Rashid Aswad war am 20. Juli in Sambia wegen des Vorwurfs von Terror-Aktivitäten und Verletzung der Einwanderungsgesetze festgenommen worden, wie Mwanawasa sagte. Medienberichten zufolge soll er eine Rolle bei den Selbstmordanschlägen auf das Londoner Nahverkehrssystem am 7. Juli gespielt haben. Zudem soll er versucht haben, ein militärisches Ausbildungslager in den Vereinigten Staaten aufzubauen.
Britische Anti-Terror-Fahnder haben Aswad nach Angaben sambischer Regierungsmitarbeiter bereits vor Ort in der Hauptstadt Lusaka befragt. Ein Polizeivertreter sagte, er glaube nicht an einer Verwicklung des Mannes in die Anschläge.