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Terror im Nahen Osten Immer wieder Zarqawi

23.08.2005 ·  Er gilt mittlerweile schon als so einflußreich wie Bin Ladin: Der Jordanier Al Zarqawi soll sich nun auch zu den Raketenangriffen auf das israelische Eilat und Aqaba (Jordanien) bekannt haben. Damit wäre es der erste direkte Al-Qaida-Angriff auf Israel.

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Die Terrorgruppe des Jordaniers Abu Mussab al Zarqawi im Irak soll sich zu den Raketenangriffen auf Ziele in Jordanien und Israel vom vergangenen Freitag bekannt haben. Das berichtete der Nachrichtensender Al Arabija am Dienstag.

Die jordanischen Behörden hatten zuvor erklärt, drei der insgesamt vier Täter seien aus dem Irak gekommen und hätten ihre Befehle auch von dort erhalten. Extremisten hatten von einem Lagerhaus in der jordanischen Hafenstadt Aqaba aus drei Katjuscha-Raketen abgefeuert.

Syrer festgenommen

Eine Rakete tötete einen jordanischen Soldaten, der sich in der Nähe eines amerikanischen Kriegsschiffes im Hafen von Aqaba aufgehalten hatte. Zwei weitere Raketen trafen den israelischen Urlaubsort Eilat am Roten Meer und das Gelände eines Militärkrankenhauses in Aqaba. In beiden Fällen entstand nur Sachschaden. Die jordanische Polizei hat nach dem Anschlag im Golf von Aqaba einen Syrer als Hauptverdächtigen festgenommen.

Zu den Angriffen hatte sich auch eine Al-Qaida-Untergruppe bekannt, die bereits für die Bombenanschläge im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich Ende Juli sowie in dem Touristenort Taba im vergangenen Jahr die Verantwortung übernommen hatte.

Finanzielle Unterstützung aus Washington

Kommt es zu Anschlägen, fällt meist schnell der Name Abu Mussab al Zarqawi. Ihn halten Fachleute mittlerweile schon mindestens für so einflußreich wie Usama Bin Ladin. Wie sein Name erkennen läßt, stammt er aus der nordjordanischen Stadt Zarqa, hält sich aber wohl schon seit langer Zeit im Irak auf.

Aus zwei Gründen ist das kleine Königreich Jordanien radikalen Islamisten ein Dorn im Auge. Unter der Führung von König Abdullah unterhält es enge Beziehungen zu den Vereinigten Staaten; ohne die finanzielle Unterstützung aus Washington käme das rohstoffarme Land kaum zurecht.

Diplomatische Beziehungen zu Israel

Zudem ist Jordanien einer der beiden arabischen Staaten, die diplomatische Beziehungen zu Israel aufgenommen haben; in Jordanien leben 1,8 Millionen Menschen palästinensischer Herkunft. Warum die Terroristen am Freitag die amerikanischen Schiffe angriffen, scheint daher klar zu sein.

Sollte eine der Raketen auch auf Eilat gezielt haben, wäre das darüber hinaus der erste Angriff einer Gruppe auf Israel. Im israelischen Sicherheitsapparat hatte man bisher darauf verwiesen, daß Al Qaida das Land bisher verschont hatte und der Terror nur auf palästinensische und libanesische Gruppen zurückgehe.

Zarqawi zum Tode verurteilt

Jordanien selbst blieb bisher weitgehend von Attentaten verschont. Im Jahr 2000 wurde ein amerikanischer Diplomat vor seinem Haus erschossen. Acht Täter mit islamistischem Hintergrund wurden danach zum Tode verurteilt; unter ihnen in Abwesenheit auch Zarqawi. Zum Jahrtausendwechsel planten Islamisten angeblich unter Zarqawis Beteiligung eine Serie von größeren Anschlägen vor allem auf ausländische Einrichtungen in Amman.

Im April 2004 hatte der jordanische König mitgeteilt, daß mehrere Anschläge mit womöglich Tausenden von Toten vereitelt worden seien. Im Dezember 2004 begann dann vor dem jordanischen Staatssicherheitsgericht der Prozeß gegen 13 mutmaßliche Extremisten.

Die Gruppe soll Chemiewaffenanschläge auf Regierungsgebäude und Botschaften in Amman geplant haben, bei denen nach Behördenangaben bis zu 80.000 Menschen hätten getötet werden können. Gegen vier der Angeklagten, die flüchtig sind, wird in Abwesenheit verhandelt. Darunter ist ein weiteres Mal der flüchtige Zarqawi.

„Wir warnen die Amerikaner“

Am Freitag legte die erste Selbstbezichtigung im Internet eine Verbindung zwischen Aqaba und den beiden letzten Attentaten nahe, zu denen es ebenfalls an der ägyptischen Küste des Roten Meers gekommen war. Der Anschläge auf Urlauberhotels Ende 2004 in Taba (mit vielen israelischen Opfern) und im Juli in Scharm al Scheich bezichtigten sich - neben anderen - die „Abdallah-Azzam-Brigaden“.

Der Palästinenser Azzam, der in Afghanistan getötet wurde, galt als ein wichtiger Mentor Usama Bin Ladins. In der Erklärung vom Freitag hieß es in Agenturberichten, Kämpfer der Brigaden hätten amerikanische Schiffe in Jordanien mit drei Katjuscha-Raketen angegriffen und seien sicher in ihr Lager zurückgekehrt.

„Wir warnen die Amerikaner, die ihre Korruption in die Welt tragen und den Reichtum der muslimischen Länder stehlen, vor weiteren Angriffen.“ Zugleich bedrohte die Gruppe König Abdullah und forderte eine Freilassung „unserer verhafteten Brüder“.

Quelle: FAZ.NET mit dpa/Reuters und hcr.
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