31.07.2009 · Nach dem Anschlag auf Mallorca, bei dem zwei Polizisten getötet und etwa 60 Menschen verletzt wurden, ist der Flughafen wieder geöffnet. Die Tat wird der Terrorgruppe Eta zugeschrieben. Am Abend wurde zudem eine zweite Bombe entdeckt und entschärft.
Der Flughafen der spanischen Ferieninsel Mallorca ist nach einer vorübergehenden Schließung von fast zwei Stunden wieder geöffnet worden. Er war am Donnerstag nach einem tödlichen Anschlag vor einer Kaserne der Guardia Civil abgeriegelt worden, um eine Flucht der Täter zu verhindern. Flüge hätten nicht gestrichen werden müssen, teilte die Flughafenbehörde Aena mit. Zahlreiche Starts und Landungen verspäteten sich jedoch.
Bei dem der baskischen Terrorgruppe Eta zugeschriebenen Bombenanschlag auf die Polizeikaserne waren am Donnerstag in Palmanova zwei Polizisten getötet und etwa 60 Menschen verletzt worden. Palmanova gilt als Hochburg britischer Touristen. Der Ort gehört zur Gemeinde Calvià und liegt unweit der Inselhauptstadt Palma. Die spanische Königsfamilie verbringt in der Gegend derzeit ihren Sommerurlaub und logiert im Marivent Palast.
„Haufen verrückter Mörder“
Erst am Mittwoch hatte Eta einen Anschlag auf eine Wohnkaserne der Polizei im nordspanischen Burgos verübt, bei dem 66 Menschen verletzt worden waren (siehe auch: Eta-Terror: Dutzende Verletzte bei Anschlag in Spanien). Der Vertreter der spanischen Regierung auf Mallorca, Ramon Socias, nannte Eta am Donnerstag einen „Haufen verrückter Mörder“, die immer gefährlicher würden.
Der Flughafen Son Sant Joan nahe Palma de Mallorca zählt in der Feriensaison zu den Flughäfen mit dem höchsten Passagieraufkommen in Europa. Nach Angaben des Betreibers hätten dort am Donnerstag 660 Flugzeuge mit 86.900 Passagieren starten und landen sollen. Reiseveranstalter versicherten, sie kümmerten sich um gestrandete Passagiere. Am Ort klagten Touristen jedoch über mangelnde Informationen. Um die Täter fassen zu können, ließen die Behörden am Nachmittag auch die Fähr- und Yachthäfen der Insel schließen.
Die beiden Todesopfer des Anschlags waren ein 27 Jahre alter Polizist und ein 28 Jahre alter Polizeischüler. Nach ersten Ermittlungen hatten die Täter eine Bombe am Boden eines Polizei-Geländewagens angebracht. Wenige Stunden nach dem Anschlag wurde ein zweiter Sprengsatz in einem Fahrzeug entdeckt, der nicht detoniert war und entschärft wurde. Der Ort des Anschlags wurde weiträumig abgesperrt; Antiterrorkräfte suchten nach weiteren Sprengsätzen. Ein Hotel nahe der Kaserne wurde evakuiert.
An diesem Freitag jährt sich zum fünfzigsten Mal der Tag, an dem die Terrorgruppe unter dem baskischen Namen „Euskadi Ta Askatasuna“ (Baskenland und Freiheit) gegründet wurde. Seither hat Eta nach Angaben der Zeitung „El País“ 206 Angehörige der kasernierten Polizei (Guardia Civil) getötet. Insgesamt haben die baskischen Terroristen bisher mehr als 820 Menschen umgebracht.
Zapatero: „Sie werden festgenommen und verurteilt“
Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero machte am Abend die baskische Untergrundorganisation Eta für den Bombenanschlag verantwortlich. Er verurteile den neuerlichen Anschlag mit viel Schmerz und Wut, aber auch mit Entschlossenheit. Die Mörder der beiden Polizisten würden nicht entkommen, versicherte der Ministerpräsident. „Sie werden festgenommen, verurteilt und werden den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den „feigen Terroranschlag“ auf der spanischen Ferieninsel Mallorca. Sie habe Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero gebeten, den Angehörigen der Opfer „ihr tief empfundenes Mitgefühl“ zum Ausdruck zu bringen, teilte die Bundesregierung mit. Merkel habe ihm zudem versichert, dass Deutschland im Kampf gegen den Terrorismus Seite an Seite mit Spanien stehe. Das Auswärtige Amt hatte zunächst keine Erkenntnisse darüber, ob Deutsche von dem Anschlag betroffen sind.