Eine Flotte chinesischer Fischerboote befindet sich auf dem Weg zu der zwischen Japan und China umstrittenen Insel-Gruppe im Ostchinesischen Meer. Mit dem Beginn der Fangsaison sei eine große Anzahl Boote ausgelaufen, bestätigte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Peking. Wie viele das zwischen Japan und China umstrittene Meeresgebiet anlaufen wollen, blieb aber unklar.
Das Landwirtschaftsministerium versicherte, die Fischer beschützen zu wollen. China verwalte den Fischfang in dem Seegebiet und werde sich an die Gesetze halten. Auf die Frage, ob die Fischer angesichts der Spannungen mit Japan aufgefordert worden seien, die umstrittenen Fanggründe zu meiden, um Zwischenfälle zu vermeiden, sagte der Sprecher: „Wir haben keine besondere Notiz herausgegeben.“
China drohte Japan außerdem mit wirtschaftlichen Sanktionen. Offenbar wegen Streiks und Unruhe in der chinesischen Belegschaft mussten japanische Großkonzerne einige ihrer Werke in China vorübergehend schließen. Nach Ausschreitungen bei den seit Jahren größten antijapanischen Protesten am Wochenende in China riefen die Behörden am Montag zu Gewaltlosigkeit auf, wollen aber Demonstrationen weiter zulassen. Elf Randalierer wurden festgenommen.
Die Regierung in Peking sicherte außerdem zu, japanische Bürger und deren Besitz zu schützen. China appellierte am Montag an die Demonstranten, sich in einer „gesitteten, vernünftigen und rechtmäßigen“ Weise zu verhalten. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte, nun sei es an Japan, seinen Kurs zu korrigieren. Damit liege die weitere Entwicklung in Japans Hand. Die japanische Regierung kaufte am Dienstag trotz eindringlicher Warnungen Chinas die Inseln einem privaten Besitzer ab.
Unterdessen haben die Vereinigten Staaten China und Japan zu einer friedlichen Lösung im Streit um die Inseln aufgerufen. „Es ist extrem wichtig, dass diplomatische Mittel auf beiden Seiten genutzt werden, um zu versuchen, diese Angelegenheiten konstruktiv zu lösen“, sagte der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta am Montag nach einem Treffen mit seinem japanischen Amtskollegen Satoshi Morimoto in Tokio.
Am Vortag war der gerade neu ernannte japanische Botschafter in China, Shinichi Nishimiya, überraschend gestorben. Der 60-jährige Diplomat war zwei Tage nach seiner Ernennung nahe seines Hauses in Tokio kollabiert und lag seit Donnerstag im Krankenhaus.
Gewaltsame Proteste in China
Panetta und der japanische Außenminister Koichiro Gemba verständigten sich auf eine Zusammenarbeit ihrer Länder mit dem Ziel, ernsthafte Schäden in den Beziehungen zwischen Japan und China zu vermeiden, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Wegen des wieder aufgeflammten Territorialstreits war es zuvor in China zu teils gewaltsamen Protesten gegen Japan gekommen.
„Wichtig in den Beziehungen zwischen Japan und China ist es, Missverständnisse und Fehleinschätzungen zu vermeiden“, sagte Gemba. Er sprach sich für eine intensivere Kommunikation beider Länder aus. Die Lage dürfe nicht weiter eskalieren. Panetta sprach in Tokio über die umstrittene Stationierung von Marineflugzeugen des Typs Osprey auf der südjapanischen Insel Okinawa. Panettas nächste Station ist China.
Man ärgert sich wechselseitig wie so oft.
klaus keller (klkeller)
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Klaus Letis (odysseus_8)
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Patrick Verhoeven (Handyman1)
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Stefan Wahowski (Wahowski)
- 17.09.2012, 14:44 Uhr
