04.06.2012 · Aus der Damaszener Vorstadt Arbeen werden Gefechte gemeldet. Also steuern die UN-Beobachter den Ort an. Kaum verlassen sie ihre Autos, explodiert eine Bombe. Was will ihnen wer damit sagen?
Von Rainer Hermann, DamaskusRichtlinien für Lesermeinungen
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Die brutale Vergangenheit der Assads
Zu sagen, dass die Assads in der Vergangenheit keine Schlächter
waren, geht nun wirklich an der Wahrheit vorbei.
In Hama wurden 1982 zwischen 20.000 und 30.000 Menschen von der
syrischen Armee abgeschlachtet.
Und im Libanon wurde nicht nur der westlich orientierte
Ministerpräsident Rafiq Al Hariri, sondern auch etliche andere
Politiker, die Syrien kritisch gegenüberstanden, mit
Bombenanschlägen aus dem Weg geräumt.
Die unrühmliche Rolle Syriens im Libanon wird in dem Buch "Von
Beirut nach Jerusalem" des New York Times-Kolumnisten Thomas
Friedman, das inzwischen als Standardwerk an amerikanischen
Universitäten eingesetzt wird, übrigens sehr anschaulich
beschrieben ...
"Eine Mitschuld daran tragen aber sicher auch die Kirchenführer,..."
Christen im Orient muessen sich arrangieren. Dass sie es mit Assad hielten,
- die Assads waren in der Vergangenheit keine Schlaechter sondern
Garanten der Religionsfreiheit-
wer kann es ihnen verdenken?--
"wo junge Christen und Muslime gemeinsam..."
Auch waehrend der Oktoberrevolution marschierten Bolschewiken, Menschewiken,
Anarchisten, Kuenstler+"kritischer"Klerus gemeinsam.
Zum Schluss blieben nur noch die Bolschewiken uebrig.
Was mit dem Rest passierte, das wissen wir heute.----
"Und wenn palästinensische Christen ihr Land verlassen,
dürfte dies eher an den schwierigen Lebensbedingungen..."
Die schwierigen Lebensbedingungen waren fuer alle Palaestinenser dieselben.
Wie gesagt, Christen gibt es kaum noch in Palaestina.
Dafuer hat sich der Rest der pal. Bevoelkerung ver5facht, trotz der
schwierigen Lebensbedingungen.
Alle, die das austarierte Verhältnis der Religionen in Syrien
bewundern, ignorieren einen Umstand. In der Diktatur der Assads
werden/wurden Konflikte auch zwischen Religionsgruppen mehr oder weniger
gewaltsam unterdrückt. Meines Erachtens hat dieses Verhalten die
gleiche Wirkung wie das Schließen des Überdruckventils an
einem Dampfkochtopf. Irgendwann gibt es nach.
Ich frage mich zudem, wie das Verhältnis der Religionen austariert
sein kann, wenn sämtliche Schlüsselstellen in Syrien mit
Alawiten besetzt werden.
Außerdem sollten wir uns nicht den Hochmut erlauben, Arabern
jegliche Demokratiefähigkeit abzusprechen, besonders wenn wir
bedenken, wie lange die Etablierung der Demokratie in Deutschland
dauerte. Die Revolution 1848/49 scheiterte unter anderem daran, dass die
Bauern ihre Gutsherren ins Paulskirchenparlament wählten.
@Jan Petersen, "Dumpfe Vorurteile"?////////////Nein, die traurige Wahrheit!!!!!!!!!!!///////////////
"Die Zukunft der Christen in Aegypten sieht duester aus. Seit dem
Sturz von Mubarak haben bereits 100TSD Christen das land
verlassen", so Nagib Gobraiel, Leit der "Egyptian Union for
Human Rights" in einem Interview mit "Die Zeit".--
Der Anteil der Christen an der irakischen Bevoelkerung lag 1980 bei 15%,
heute ca. 2-3%,
Quelle, Wikipedia.----------
In der Tuerkei lebten noch 1920,(nach den Armeniermorden) ueber 3Mio Christen.
Heute betraegt der Anteil der Christen an der tuerkischen Bevoekerung
noch 0,2%=ca.70.000Menschen.-----
Die Christen in Palaestina haben fast komplett das Land verlassen.
Die Zahl der libanesischen Chrtisten hat sich in 30Jahren mehr als
halbiert, usw, usf.
Jetzt sind die syrischen Christen dran.-----------
Dass keiner der chronisch erregten+staendig bewegten selbsternannten
deutschen "Buerger-
rechtler" dazu etwas zu sagen hat, das ist schlimm, sehr schlimm.
Noch schlimmer ist jedoch das Schweigen Papst Benedikt IVI, eine Katastrophe.
Es ist sicher zu bedauern ...
wenn Christen in Syrien zwischen die Fronten geraten und aus ihren
Wohngebieten vertrieben werden.
Eine Mitschuld daran tragen aber sicher auch die Kirchenführer, die
sich zu Propagandisten des Regimes machen ließen und damit ihre
Gemeinschaft dem Kollektivverdacht aussetzen, mit der Diktatur
gemeinsame Sache zu machen.
Dass es auch anders geht, zeigte die Zedernrevolution im Libanon, wo
junge Christen und Muslime gemeinsam mit friedlichen Massenprotesten die
syrischen Besatzungstruppen zum Abzug zwangen.
In Ägypten wiederum wurden Auseinandersetzungen zwischen Christen
und Muslimen oft von den Geheimdiensten des Mubarak-Regimes geplant (wie
z. B. der Bombenanschlag auf eine Kirche in Alexandria), um damit
westliche Forderungen nach Demokratisierung abzuwehren.
Und wenn palästinensische Christen ihr Land verlassen, dürfte
dies eher an den schwierigen Lebensbedingungen unter der israelischen
Besatzung liegen als an Problemen mit ihren muslimischen Nachbarn ...
Ihrer kühnen These widerspreche ich energisch
Ich stehe keineswegs in der Nachfolge irgendwelcher religiösen
Fantasien. Das, was Sie offenbar darunter verstehen, sind Werte, die mit
Religionen kaum etwas zu tun haben. Das hier zu erläutern, reicht
der Platz bei weitem nicht aus. Wie Steven Weinbergs vertrete ich die
Erkenntnis, dass Religionen keineswegs Probleme schaffen, sie sind die
Probleme. Das zu erkennen bedarf einer Beschäftigung mit der
Geschihcte der Menschheit.
Das, was derzeit in Syrien sich abspielt ist eine reine Machtfrage.
Niemand kann ernsthaft die These aufstellen, es handele sich um eine vom
Volk ausgehende Revolution. Dafür ist die Sache viel zu sehr
druchorganisiert. Keine "spontane" Erhebung wäre in der
Lage, solange der etablierten Macht zu widerstehen. Das funktioniert nur
über eine ausgezeichnete Organisation mit entsprechenden Kontakten
nach außen.
Bislang ist völlig offen, welche Seite die Kämpfe jeweils
beginnt. Belastbare Belege gibt es jedenfalls nicht.
@detlef weise////"obwohl selbst konfessionslos"? Was heisst denn schon konfessionslos? Auch Sie
"stehen in der Nachfolge, ob Sie wollen oder nicht. Ihr Atheismus
ist eine Anti-These. Und These+Antithese
sind die 2 Seiten einer Medaille.--
Ausserdem ist Christentum hochpolitisch.
Mein Onkel, ein katholischer Pfarrer, Gott hab ihn selig, sagte
immer:"Nie darf ein deutscher
Papst werden, denn Deutsche koennen nicht zwischen den Zeilen
lesen". Wie recht er doch hatte.
Benedikt ist eine Katastrofe, unfaehig zwischen den Zeilen zu lesen und
also Politik zu machen, -nicht einmal in den eigenen 4 Waenden kann
Benedikt Freund+Feind unterscheiden-
hat sich dieser Papst auf die Verbreitung pc-korrekter Botschafte
kapriziert.
Hier in Italien ist es fasst unmoeglich, "dem Benedikt" zu entkommen.
Der gemeine Italiener empfindet Benedikt uebrigens als falsch+ wenig wahrhaftig.
Wenn er italienisch spricht, -brutalstmoegliche Aussprache- wirkt er
wenig einnehmend.
Es ist doch schon von Anfang an klar, dass die
Rebellen nichts anderes im Sinn haben eine sunnitisch/wahabitische Diktatur einzurichten. Warum wird das immer verschwiegen? Warum wird das nicht mal thematisiert? Warum ist immer Al-Assad der Böse und die Rebellen die Guten?
Dumpfe Vorurteile anstelle von Tatsachen
In Tunesien gibt es statt des korrupten Diktators Ben Ali, dessen
Familie das Land jahrzehntelang ausgeplündert hat, jetzt eine
demokratische Regierung aus Liberalen und gemäßigten
Islamisten.
In Kairos Tahrir-Platz haben Christen und Muslime gemeinsam den Diktator
gestürzt (und sich gegenseitig während ihrer Gebete und
Gottesdienste beschützt).
In der Präsidentenwahl in Ägypten erhielten liberale
Kandidaten zusammen über 40 % der Stimmen, die Muslimbrüder
dagegen nur 25 %.
Und in Frankfurt demonstrierten am letzten Wochenende syrische Christen,
Kurden und Araber gemeinsam gegen die Massaker in ihrer Heimat.
Aber solche Fakten passen nicht in das islamfeindliche Weltbild.
Schade, dass so etwas in den Foren der Frankfurter Allgemeinen zu finden
ist - es würde besser zur Bild-Zeitung passen ...
"Eine Intervention wäre nicht nur wegen der komplizierten
ethnischen und religiösen Struktur des innersyrischen Konflikts und
der Verstrickung regionaler Akteure riskant"/Putin
Warum geht kein Bericht auf die von Putin behauptete
ethnische+religioese Struktur Syriens
ein?
Warum werden nicht einmal Ethnien und Religionen auseinanderdividiert?
Warum ist immer nur nebuloes von Aktivisten, Rebellen+Fluechtlingen die Rede?
Warum weigert man sich, sich mit der Rolle, oder bessergesagt, dem
traurigen Schicksal
der syrischen Christen auseinanderzusetzen.
Die Stadt Hula ist "christenfrei". Der Exodus der syrischen
Christen ist in vollem Gange.
Hatte Volker Beck, (Gruene), die Christen im Sinn, als er grosszuegige
Aufnahmeregelungen fuer syrische "Fluechtlinge" forderte?
Das ist ein Bürgerkrieg.
Wer daran glaubt, dass die Aufständischen Deserteure der
regulären syrischen Armee wären und daher auch ihre Waffen
besitzen, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Tatsache ist, dass
Saudi-Arabien und Katar die „Rebellen“ ganz
„offiziell“ unterstützen. Es wird nur nicht in den
westlichen Medien thematisiert, weil sonst das
Argumentationsgebäude vom bösen Assad und den guten Rebellen
ins Wanken gerät.
Für die Zukunft lässt sich schlimmes vorhersagen. Die Anzahl
der nicht mehr regierbaren Länder nimmt inzwischen erschreckende
Dimensionen an (Sudan, AFPAK, Jemen, Libyen, ...)! Die einzigen die
profitieren, sind Terrorgruppen.
Aber Assad ist der Böse und wir sind die Guten!
Da wird berichtet, wie die "Opposition" so ganz friedlich und
ohne Waffen syrische Soldaten vor den Augen der Welt , UN-Beobachter
ermordet.
Und somit gegen den Annan-Plan verstößt.
Objektiv hat Assad Recht.
Syrien wird angegriffen von NATO&Co , aktuell den größten
"sponsors of terrorism".
Bezüglich Chapter 7 der UN-Deklaration sind militärische
Maßnahmen gegen sie LEGITIM.
Allein was nützt das Recht, wenn es von Syrien nicht durchgesetzt
werden kann ...
In ganz Arabien droht ein Genozid an den nicht-muslimischen Minderheiten.
In keinem der ehemaligen westlich (westlich im Sinne ihrer korrupten
Oberschicht) orientierten arabischen Ländern wird es zu so etwas
wie westlicher Demokratie kommen.
Überall in diesen Staaten etabliert sich ein Islam des finstersten
Mittelalters und wird zu einem Genozid an allen nicht-islamischen
Minderheiten führen.
Man kann nur die Naivität des "Westens" bestaunen, die
immer noch von einer "Demokratisierung" Arabiens träumt;
sie wird nicht stattfinden, sondern es wird nur das eine Regime gegen
ein anderes -noch übleres Regime- ausgetauscht.
Alleine die Bewaffnung des islamischen Mobs in Libyen hat die komplette
Region destabilisiert und stärkt den islamischen Terror in den
angrenzenden Staaten.
Kürzlich erklärte der Syrische Nationalrat (SNC): "Die
Mission des UN-Gesandten Kofi Annan ist klinisch tot. Man muß nur
noch den Sauerstoff abstellen und sie für tot erklären.“
Mit der im Artikel beschriebenen Aktion zeigt der SNC was er unter
"dem Sauerstoff abstellen" versteht: Terror
Und wer finanziert diesen Terror? Katar und Saudi Arabien, die
Lieblingsdespoten des Westens auf der arabischen Halbinsel, die
gleichzeitig auch beispielsweise die Salafisten in Deutschland
finanzieren.
Und diesen Kreisen gehört die Sympathie westlicher Regierungen und
Medien. Hier kann man nur fragen: Ist der Westen wahnsinnig?
Man braucht das saudische Regime wahrlich nicht zu lieben ...
aber für Terroristen hat es nur wirklich nichts übrig.
Dies schon alleine deswegen, weil es das erklärte Ziel von Al Qaida
und Co. ist, das saudische Königshaus zu beseitigen, unter anderem
wegen der Stationierung von amerikanischen Truppen auf der arabischen Halbinsel.
Auf deutschsprachigen Internetseiten zum Thema Islam ist in letzter Zeit
eine breit angelegte Anzeigenserie zu beobachten, in der amtliche
saudische Islamgelehrte junge Muslime vor dem Irrweg des Terrorismus warnen.
In diesen Anzeigen wird unter anderem dargelegt, dass Muslime, die im
Westen leben, mit ihrer Einreise einen Vertrag mit dem Gastland
eingegangen sind und damit von ihrer Religion her verpflichtet sind,
dessen Gesetze zu respektieren.
In Ägypten hat Saudi-Arabien übrigens immer wieder seinen
Einfluss geltend gemacht, um eine Verurteilung Mubaraks zu verhindern,
und ägyptische Pilger sahen sich nach der Revolution Beschimpfungen
ausgesetzt, wie sie denn so undankbar sein könnten ...
Was soll man dazu noch sagen....
außer dass es der blanke Wahnsinn ist was dort in Syrien wohl vor sich geht. Lösung? Keine! Der Rest der Welt überlässt die Bevölkerung dort unten sich selbst, weil kein Land sich traut die Büxe der Pandorra noch weiter zu öffnen (offen ist sie längst). Selbst wenn man mich Bodentruppen eingreift, hätte dies überhaupt einen Sinn? Fragen über Fragen...und große Ratlosigkeit!
Das Syrische Volk ist unter dem Druck der Aufstaendischen, der syrischen
Armee und der internationalen UN-Soldaten.
Es gibt darüberhinaus sicherlich geheime bewaffnete Gruppen, die
Interesse an Unruhen haben.
Gott möge dem syrischen Volk helfen, das nichts anderes
wünscht, als in Ruhe zu arbeiten und etwas Brot für die
Familie und Kinder zu verdienen.
Dr. H. Ergun
Beobachter
Was macht Sie so sicher, dass die Beobachter NUR beobachten?
Die Problemfragen könnte die UNO, wenn sie nur wollte, auch ohne
Beobachter lösen. Feststellen, wer die Combattanten mi Waffen und
sonstigen Mitteln versorgt. Diese dürften sich im Ausland befinden.
Es wird auch deshalb nicht gemacht, weil dann offenbar würde, wer
die treibenden Kräfte sind und vor allem, dass sie mit dem Land
Syrein und dessen Bevölkerung nur sehr am Rande zu tun haben.
Die Aufgaben von Beobachtern ist das beobachten
Dass die Bevölkerung unter Druck der unterschiedlichen
Interessensgruppen steht, daran besteht kein Zweifel aber Beobachter mit
in den selben Topf zu schmeissen halte ich für falsch.
.
Es gibt nur wenige Sichere Informationsquellen aus dieser Region und die
Aufgabe von Beobachtern ist es Informationen zu verifizieren oder zu
falsifizieren. Solange man nichts weis kann man nichts machen.
.
Die derzeitigen Diskussionen in der Uno gehen ja von sehr
unterschiedlichen Wahrheiten aus und kommen daher auch nicht zu einem
gemeinsamen Ergebnis. Was ich allerdings nicht für sinnvoll halte
sind die Anschuldigungen von Russland und den USA sich gegenseitig die
Schuld in die Schuhe schieben zu wollen.
Systematische Umwidmung der Ereignisse
Mit dem Satz "Offenbar hat jemand etwas zu verbergen" werden
aus Opfern Täter gemacht und umgekehrt. Nein, Soldaten haben nicht
auf Soldaten geschossen, Konnotation: auch keine Deserteure der
syrischen Armee.
Was will uns wer damit sagen?
Tja, so spricht man,
wenn man solche Ereignisse nur aus dem Kino kennt. Ganz einfache, dem
deutschen Bildungsstandard angepasste Verhältnisse. Hier die Guten,
da die Bösen. Glasklar getrennt.
Leider ist es in der Realität nicht so. Da werden Menschen einfach
nur missbraucht. Wenn sie dann mit der angeblichen Realität
konfontiert werden, ist es meist zu spät. So lässt es sich
erkennen, solange Geschichte geschrieben wird.