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Geplanter Angriff auf Syrien : Trump: „Mach Dich bereit, Russland“

  • Aktualisiert am

Droht Syrien: Donald Trump Bild: AP

Die verbale Auseinandersetzung zwischen Russland und Amerika um Syrien eskaliert immer weiter. Der amerikanische Präsident kündigt auf Twitter Raketenangriffe auf das Land an. Russland reagiert mit Verschwörungstheorien.

          Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien drehen Russland und Amerika an der verbalen Eskalationsspirale. Nachdem der russische Botschafter im Libanon Alexander Zasypkin angekündigt hatte, Russland werde alle amerikanischen Raketen, die nach Syrien fliegen, abschießen und auf deren Abschussbasen feuern, antwortet der amerikanische Präsident Donald Trump auf Twitter auf die Drohung. „Mach Dich bereit, Russland“, schrieb er, „denn sie werden kommen“. Weiter preist er die Raketen als „neu und schön und klug“ an. Russland solle lieber nicht der Partner eines „mit Gas tötenden Tieres sein, der seine eigenen Menschen umbringt und es genießt.“

          Später schien er seine harten Worte etwas relativieren zu wollen. Die Beziehung der Vereinigten Staaten zu Russland seien auf einem historischen Tief, schrieb er auf Twitter. Das Verhältnis sei noch nie so schlecht gewesen – und das schließe den Kalten Krieg ein. „Es gibt dafür keinen Grund. Russland braucht unsere Hilfe für seine Wirtschaft, etwas, das sehr leicht zu machen wäre, und wir brauchen alle um zusammenzuarbeiten. Den Rüstungswettlauf stoppen?“

          In einem weiteren Tweet machte Trump die Untersuchungen des amerikanischen Sonderermittlers Robert Mueller für das „böse Blut“ zwischen Russland und den Vereinigten Staaten verantwortlich. Er bezeichnete die Ermittlungen als fingiert und korrupt und lastete sie den Demokraten nahestehenden Personen an. Mueller untersucht die Einflussnahme Russlands auf die amerikanische Präsidentschaftswahl 2016 und hatte zuletzt Räume eines Anwaltes von Trump durchsuchen lassen.

          Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa schrieb als Reaktion auf Trumps Drohung auf ihrer Facebook-Seite, die Raketen sollten auf „Terroristen“ abgefeuert werden und nicht auf die „legitime Regierung“ Syriens, die schon seit Jahren den „internationalen Terrorismus auf ihrem Staatsgebiet bekämpft“, so Sacharowa.

          Sie warf den Vereinigten Staaten außerdem vor, mit dem angekündigten Raketenangriff Beweise für den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz vernichten zu wollen. Dahinter stecke womöglich die Idee, „die Spuren der Provokation schnell zu beseitigen“, damit internationale Inspektoren keine Beweise mehr finden könnten, schrieb Sacharowa.

          Die Vereinigten Staaten machen Assads Regierung für den mutmaßlichen Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Douma in Ost-Gohuta verantwortlich und haben bereits in den vergangenen Tagen mit militärischen Schritten gedroht. Die syrische Armee und ihre Verbündeten im Land wurden schon in der Nacht zu Dienstag in volle Alarmbereitschaft versetzt.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, Angriffe auf „chemische Kapazitäten“ in Syrien seien möglich. Frankreich tausche sich mit Partnern aus, vor allem mit den Vereinigten Staaten und mit Großbritannien. „Wir werden unsere Entscheidung in den kommenden Tagen mitteilen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel gab der syrischen Regierung am Mittwoch erstmals eine mögliche Verantwortung an dem Angriff. „Es gibt schwere Indizien, die in Richtung des syrischen Regimes zeigen. Auf der Grundlage werden dann auch die weiteren Bewertungen durchgeführt werden“, sagte Merkel. An Spekulationen über einen Militäranschlag wollte sich Merkel aber nicht beteiligen. Sie bedauerte, dass der UN-Sicherheitsrat bisher keine Resolution zu dem Thema zustande gebracht hat.

          Vorher waren am Dienstag drei Resolutionsentwürfe im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Zunächst verhinderte Russland bei der Sitzung am Dienstag in New York per Veto einen amerikanischen Entwurf zu der Frage, wie genau der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien untersucht werden soll. Auch Bolivien stimmte dagegen, China enthielt sich.

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