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Syrien Schwerster Anschlag seit Jahrzehnten

27.09.2008 ·  In Damaskus wurden durch eine Autobombe 17 Menschen getötet und 14 weitere teils schwer verletzt. Die Detonation ereignete sich nahe einer Moschee, die von schiitischen Pilgern aus vielen Ländern aufgesucht wird.

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Bei dem schwersten Anschlag in Syrien seit mehr als 20 Jahren sind am Samstag 17 Menschen getötet worden. Nach Berichten des syrischen Fernsehens wurden 14 weitere Menschen verletzt, als am Morgen ein mit 200 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto in der Nähe eines schiitischen Schreins im Süden der Hauptstadt Damaskus explodierte.

Syriens Innenminister Bassam Abdel Madjid sprach von einem terroristischen Akt. Alle Opfer seien Zivilisten gewesen. Das genaue Ziel der Attentäter war unklar; in der Nähe befand sich neben dem Schrein auch ein Kontrollposten von Sicherheitskräften. Zunächst bezichtigte sich niemand des Anschlags.

In der Nähe des Anschlagsortes befindet sich das Grab von Sajeda Seinab, einer Enkelin des Propheten Mohammed. Der Schrein ist ein beliebtes Ziel schiitischer Pilger aus Iran, dem Libanon und dem Irak.

Zuletzt war im Februar dieses Jahres in Damaskus der Hizbullah-Anführer Imad Mugnieh durch eine Autobombe getötet worden. Die schiitische Miliz unterstellte Israel, den Anschlag geplant zu haben, das die Vorwürfe jedoch zurückwies. Im August bestätigten die syrischen Behörden die Ermordung eines ranghohen Armeegenerals, der nach Angaben arabischer Medien enge Verbindungen zur Hizbullah hatte.

Sarkozy: „Barbarischer Anschlag“

In den vergangenen zwei Jahrzehnten war Syrien von Terrorakten dieses Ausmaßes verschont worden. 1981 waren bei einem Autobombenanschlag in Damaskus 175 Menschen getötet worden; fünf Jahre später kamen bei einer Anschlagsserie in mehreren Dörfern im Norden Syriens 144 Menschen.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, dessen Land derzeit den Ratsvorsitz der EU innehat, verurteilte den „barbarischen“ Anschlag. Er sicherte Syrien die „volle Solidarität Frankreichs im Kampf gegen den Terrorismus“ zu, hieß es in einer Erklärung aus dem Elysée-Palast. Sarkozy war Anfang September als erster westlicher Staatschef seit fünf Jahren nach Syrien gereist.

Syrien wird von den Vereinigten Staaten der Unterstützung des Terrorismus und der Hizbullah-Miliz im Libanon beschuldigt. Russlands Staatschef Dmitrij Medwedjew bezeichnete das Attentat in einem Telegramm als „grausam und unmenschlich“, wie der Kreml auf seiner Internetseite mitteilte.

Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice traf sich trotz der angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern in New York mit ihrem syrischen Kollegen Walid el Muallim, wie Sana am Samstag berichtete. Themen waren demnach der Irak, der Libanon und der Friedensprozess in Nahost. Das Treffen sei auf Wunsch von Rice zustande gekommen. Die beiden Minister waren zuletzt vor knapp einem Jahr zusammengekommen.

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