Erstmals seit Beginn der vereinbarten Waffenruhe in Syrien haben sich Aufständische und Regierungstruppen nach Oppositionsangaben ein Gefecht geliefert. Der Kampf sei in der Provinz Idlib in der Nähe der Grenze zur Türkei entbrannt und offenbar bereits wieder beendet, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte am Freitag. Einige der Kämpfer hätten sich zurückgezogen, als die ersten Schüsse gefallen seien.
Oppositionsvertreter vor Ort berichteten von einem heftigen Geschützfeuer in der Nähe von Cherbet Jos an der türkischen Grenze. In der Nähe des Dorfes seien Dutzende Panzer stationiert. Die syrische Führung hatte ihr Militär an der Grenze zur Türkei verstärkt, um die Aufständischen aus der Region zu vertreiben. Bei den Gefechten handelte es sich offenbar um den ersten größeren Verstoß gegen die am Donnerstag in Kraft getretene Waffenruhe.
Bisher hatte es lediglich Berichte über vereinzelte Gewalttaten gegeben.
Im Tagesverlauf berichtete die Beobacherstelle für Menschenrechte unter Berufung auf ortsansässige Informanten, dass in der südlich von Idlib gelegenen Provinzhauptstadt Hama Soldaten mindestens einen Demonstranten getötet haben sollen. Andere Oppositionelle aus der Stadt teilten mit, zwei Menschen seien an einem Kontrollpunkt der Armee erschossen worden.
