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Bericht von Unicef : Dramatische Lage für Kinder in Syrien

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Trotz ihrer gelähmten Beine hat die acht Jahre alte Hanaa nicht ihren Lebenswillen verloren. Bei einem Bombenangriff auf Aleppo hat sie das Gefühl in ihren Beinen verloren. Bild: Unicef

Das vergangene Jahr sei das schlimmste für Kinder in Syrien gewesen, erklärt Unicef. Das Bürgerkriegsjahr 2018 scheint aber noch grausamer zu werden.

          Innerhalb der vergangenen zwei Monate soll es in Syrien 1000 getötete oder verletzte Kinder gegeben haben. Das erklärte das Kinderhilfswerk Unicef am Montag. 2017 soll es zudem durch den Krieg in Syrien 910 Todesfälle und mehr als 360 verletzte Kinder gegeben haben. Das sei eine Steigerung um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen beziehen sich jedoch nur auf überprüfte Fälle, die tatsächlichen Zahlen liegen weitaus höher, so Unicef. Insgesamt seien über 1,5 Millionen Syrer durch den seit 2011 dauernden Krieg körperlich oder seelisch verletzt.

          Ein Viertel der zivilen Todesopfer seien Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Die verletzten Kinder leben oft nur unter schwierigen Bedingungen weiter. Viele sitzen im Rollstuhl und haben Gliedmaßen verloren. Unicef warnt davor, dass die Kinder ausgegrenzt werden. „Kinder mit Behinderungen sind der sehr realen Gefahr ausgesetzt, übersehen und ausgegrenzt zu werden, während der Krieg unerbittlich weitergeht“, erklärte Geert Cappelaere, Unicef-Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika. Sie haben es besonders schwer zur Schule zu gehen. In Syrien gehen 1,75 Millionen Kinder wegen des Krieges nicht mehr zur Schule und auch in den Nachbarländern besuchen durchschnittlich nur 43 Prozent der syrischen Kinder eine Schule, so der Unicef-Bericht.

          Zudem ist die medizinische Versorgung in dem Kriegsland schwierig: 2017 habe es 108 Angriffe auf Krankenhäuser oder deren Personal gegeben und viele Syrer haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Das führe dazu, dass Verletzungen nicht richtig und nur langsam heilen. Viele Kinder tragen nicht nur körperliche, sondern auch psychische Verletzungen durch den Krieg davon. Unicef geht außerdem davon aus, dass zwei Drittel der Kinder ein nahes Familienmitglied verloren haben.

          In Emines Wohnzimmer ist eine Bombe explodiert. Bei der Attacke hat sie ihre Beine verloren, ihre Mutter wurde getötet. Heute lebt sie mit ihren Geschwistern in einem türkischen Flüchtlingscamp. Bilderstrecke

          In Syrien gibt es zudem viele Kindersoldaten, berichtet Unicef. Mindestens 900 Minderjährige seien aktiv in Kämpfen. Cappelaere sagte dazu: „Jede einzelne Konfliktpartei ist an diesen massiven Kinderrechtsverletzungen beteiligt.“

          Vor genau sieben Jahren, im März 2011, ist aus dem friedlichen Protest gegen den Machthaber Assad ein Krieg geworden, der Hunderttausende Tote und Millionen Geflüchtete gefordert hat. Eine politische Lösung des Konflikts scheint noch immer weit entfernt. Zuletzt gab es schwere Gefechte um die Enklave Ost-Ghuta bei Damaskus.

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