Home
http://www.faz.net/-gq5-74b0s
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Syrien-Konflikt Israel feuert nach syrischem Beschuss zurück

Nach dem Granatbeschuss aus Syrien auf den Golanhöhen hat die israelische Armee zurückgeschossen und ihr Ziel auch getroffen. Auch im Grenzkonflikt mit der Türkei schoss die Syrische Luftwaffe erneut. Nun sagte die Nato der Türkei Unterstützung zu.

© REUTERS Vergrößern Rauch über den Golanhöhen: Hier trafen Anfang November syrische Geschosse ein syrisches Dorf.

Die israelische Armee hat auf den Golanhöhen eine mobile syrische Artilleriestellung beschossen. Nach Angaben aus Militärkreisen wurde sie getroffen. Zuvor war am Montag eine weitere syrische Granate in der Nähe eines israelischen Militärpostens eingeschlagen. Es habe weder Sachschaden noch Verletzte gegeben, teilte die israelische Armee mit. Israelische Soldaten hätten daraufhin mehrere Panzergranaten in die Richtung abgefeuert, aus der die Granate gekommen war. Zudem beschwerte sich die israelische Armee bei der auf dem Golan stationierten UN-Truppe.

Hans-Christian Rößler Folgen:   Markus  Bickel Folgen:    

Am Sonntag hatte die israelische Armee nach syrischem Granatenbeschuss zum ersten Mal seit dem Jom Kippur-Krieg Richtung Syrien gefeuert. Es blieb unklar, welchen Schaden die israelische Rakete anrichtete. Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte daraufhin, Israel beobachte sehr genau die Ereignisse an seiner Grenze zu Syrien und sei auf alle Eventualitäten eingestellt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich nach dem Vorfall „zutiefst besorgt wegen des Potentials einer Eskalation“, wie ein Sprecher am Sonntag sagte. Ban forderte demnach alle Seiten „zur größtmöglichen Zurückhaltung“ auf.

Nato will Türkei beschützen

Auch an der türkisch-syrischen Grenze kam es abermals zu Beschuss. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat der Türkei daraufhin am Montag Unterstützung im Grenzkonflikt mit Syrien zugesagt, nachdem die syrische Luftwaffe die Ortschaft Ras al Ain nahe der syrischen Grenze bombardiert hatte. Durch die Explosion wurden Agenturberichten zufolge auch Häuser auf der türkischen Seite beschädigt. „Die Nato wird als Organisation das tun, was nötig ist, um unseren Verbündeten Türkei zu beschützen und zu verteidigen“, sagte Rasmussen in Prag. Die Türkei hatte vergangene Woche bekanntgegeben, die Nato um Patriot-Luftabwehrraketen angefragt zu haben, um ein Übergreifen des Syrien-Konflikts zu verhindern. Vier Menschen sollen bei dem Luftangriff getötet worden sein; Dutzende seien auf der Flucht in die Türkei. Ras al Ain ist einer von zwei türkisch-syrischen Grenzübergängen, der noch von Einheiten Präsident Baschar al Assads kontrolliert wird. Vier andere werden von syrischen Milizen kontrolliert, ein weiterer von kurdischen Aufständischen im Nordosten des Landes.

Die Kämpfe im türkisch-syrischen Grenzgebiet haben sich in der vergangenen Woche verstärkt. Tausende Menschen sind seit Anfang November aus der lange von Aufständischen kontrollierten Gegend in die Türkei geflohen. Die Regierung Assads will offenbar verhindern, dass die Region ganz in die Hände der Opposition fällt, die darauf setzt, hier „befreite Gebiete“ und eine Flugverbotszone wie die Aufständischen in Libyen 2011 zu schaffen. Der am Wochenende bei einem Treffen der Opposition geschwächte Syrische Nationalrat (SNC) setzt zudem darauf, nahe der türkischen Grenze einen Nationalkongress abzuhalten, der wiederum eine Exilregierung bilden soll.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Syrien Schwere Gefechte nach Anschlag in Aleppo

Im nordsyrischen Aleppo kommt es wieder zu heftigen Gefechten zwischen Aufständischen und Assads Truppen. Beim Versuch, ein Hauptquartier des Geheimdienstes zu stürmen, gab es zuvor Dutzende Tote. Mehr Von Markus Bickel

05.03.2015, 15:09 Uhr | Politik
Nach Luftangriff Spannungen an Grenze Israels mit Syrien und Libanon verschärft

Die israelische Luftwaffe hat zwei syrische Militärstellungen angegriffen. Ein israelischer Militärsprecher sprach von einem Vergeltungsschlag nach Raketenabschüssen auf die von Israel besetzten Golanhöhen. Einige Stunden nach dem Luftangriff wurde vom Libanon aus mindestens eine Rakete auf Nordisrael abgefeuert. Mehr

28.01.2015, 13:57 Uhr | Politik
Militäraktion nahe Kobane Syrien wertet Einsatz der Türkei als unverhohlene Aggression 

Das syrische Außenministerium verurteilt den türkischen Militäreinsatz in der Nähe der Stadt Kobane als Aggression gegen syrisches Gebiet. In einer nächtlichen Aktion hatten türkische Soldaten die sterblichen Überreste eines wichtigen Osmanen aus einem Grab geholt. Mehr

22.02.2015, 07:54 Uhr | Politik
Donezk unter Beschuss Wieder schwere Gefechte in der Ostukraine

In dem von prorussischen Separatisten kontrollierten Donezk gab es am Wochenende wieder heftige Gefechte. Über Stunden hinweg hörte man Schüsse. Die Aufständischen hätten in den vergangenen Tagen personelle Verstärkung und Ausrüstung bekommen, heißt es seitens der ukrainischen Armee. Mehr

10.11.2014, 12:59 Uhr | Aktuell
Prozess gegen Islamistin Nicht ohne ihre Töchter

Eine junge Frau zieht mit ihren kleinen Kindern aus dem Allgäu in den Dschihad nach Syrien. Nach ihrer Rückkehr wird sie verhaftet - und nun zu einer Strafe auf Bewährung verurteilt. Mehr Von Alexander Haneke, München

25.02.2015, 18:40 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.11.2012, 13:34 Uhr

Normal in China

Von Klaus-Dieter Frankenberger

China schraubt seine Wachstumserwartungen weiter zurück – das hat Konsequenzen für das Land und für die Weltwirtschaft. Mehr 3 1