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Syrien-Frage : Gespaltenes Land

Auch Deutschland setzt sich seit langem dafür ein, dass das Verbot von Giftgas beachtet wird. Zwischen Theorie und Praxis klafft in der deutschen Außenpolitik allerdings oft eine Lücke.

          Ohne Frage hat der Westen, sofern es den als Gemeinschaft überhaupt noch gibt, ein Interesse daran, dass der Einsatz von Giftgas nicht Schule macht. Auch Deutschland setzt sich seit langem dafür ein, dass das Verbot dieser Massenvernichtungswaffen beachtet wird. Zwischen Theorie und Praxis klafft in der deutschen Außenpolitik allerdings oft eine Lücke.

          Von den Militärschlägen, mit denen Amerika, Großbritannien und Frankreich das Assad-Regime für mutmaßliche Giftgasangriffe bestraft haben, hielt sich Deutschland bisher fern. Die Trump-Regierung will das offenbar nicht mehr hinnehmen, was hierzulande aber nur zur Bildung einer ganz großen Koalition führt. Sogar die AfD reiht sich brav mit den verhassten „Altparteien“ in eine Phalanx ein, die von ganz links bis ganz rechts „Heraushalten!“ ruft; allenfalls der Regierungssprecher mag (noch) nicht nein sagen.

          So viel zum Thema gespaltenes Land. Den armen Syrern hilft der deutsche Pazifismus leider genauso wenig wie der amerikanische Aktionismus: Sie werden auch ohne Giftgas getötet, zu Tausenden und Abertausenden.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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