Vermutlich weiß die Arabische Liga selbst nicht, wohin der Weg führt, auf dem sie voranprescht. Noch vor einem Jahr glich sie eher einem Wachsfigurengruselkabinett als einer gestaltenden Regionalorganisation. Nun ist sie so schnell in Fahrt, dass die wacheren Mitgliedstaaten alles daransetzen, sie zu ihrem Vehikel zu machen.
Keiner, dem beim Betrachten dieser Beschleunigung nicht schwindlig geworden ist, wird sich wundern, dass die Syrien-Beobachter der Liga nicht gut genug vorbereitet waren. Wie sollten sie der kriminellen Energie trotzen, mit der sie das Assad-Regime an der Nase herumführte?
Doch auch erfahrene UN-Beobachter mit tadellosem Leumund hätten all jene enttäuscht, die glauben wollten, wer eine Intervention scheue, könne der Gewalt auch mit ein paar Protokollanten in orangen Westen Einhalt gebieten. Assad lernte den Besuch rasch zu schätzen: Die Beobachter sahen nicht alles, wurden aber von allen gesehen. Natürlich vergießt das Regime trotzdem nur Krokodilstränen über das vorläufige Ende der Mission. Wie schön für die Mörder, dass Moskau mitweint.
Bürgerkrieg ohne Ausweg
Stefan Schett (SteveAnorizz)
- 30.01.2012, 15:35 Uhr
